Unsere Autorin verbringt den 13. Tag in Quarantäne.
Grafik: Adobe Stock

BerlinEs ist der Tag 13 unserer Quarantäne. Wir haben nach ein paar Tagen Rumliegen diszipliniert mit Sport angefangen. Zusammen mit meinem Partner machen wir jeden Morgen mindestens eine halbe Stunde Yoga – es gibt dazu tolle Anleitungen im Netz.

Lachen über lustige Posen

Aktuell absolvieren wir eine 30-Tage-Challenge, wo die Übungen aufeinander aufbauen. Dazu gibt es immer auch motivierende Worte der Lehrerin. Meistens lachen wir über lustige Posen, oder wenn wir was mal nicht hinbekommen. Entspannen tut es uns allemal.

Zusätzlich machen wir drei, mein Freund und unser Mitbewohner, noch weitere Fitness-Übungen, mal zu zweit, mal alleine. Mein Partner trainiert ein paar Kampfsport-Bewegungsabläufe oder macht Liegestütze. Ich gehe die Choreographien meines Tanzunterrichts durch, filme mich und schicke es an meine Tanzlehrerin. Mit detaillierten Videos versucht sie unseren Tanzkurs weiterzuführen. Trotzdem fehlt der Kontakt zu den Frauen aus meinem Tanzkurs, die gemeinsamen Figuren und einfach der Austausch vor Ort.

Quarantäne behördlich aufgehoben

Das sind lächerlich kleine Opfer im Gegensatz zu den Verhältnissen, die sich gerade auf der ganzen Welt bemerkbar machen. Wir drei sind seit einer Woche frei von Symptomen. Und tatsächlich kommt am Nachmittag der Anruf: die Quarantäne ist nun behördlich aufgehoben: Wir dürfen raus!

Nach vielen Telefonaten ist es dann auch soweit: Mal wieder eine Straßenkleidung und richtige Schuhe anzuziehen fühlt sich merkwürdig und gut an. Wir genießen die Sonne und den Weg zum nächsten Supermarkt. Gleichzeitig verändert sich nicht so viel für uns – denn das Virus grassiert nach wie vor.

Gefahr ist noch nicht vorbei

Es ist beklemmend, sich so machtlos zu fühlen und im Grunde nur die steigende Zahl der Infizierten kommentarlos zu verfolgen. Hinzu kommt, dass die meisten Gesundheitssysteme weltweit jetzt schon an der Grenze ihrer Belastung sind – oder bereits drüber. Wir strukturieren uns jetzt so, dass wir in unserem Umfeld möglichst nützlich sein können. Die Corona-Gefahr ist leider noch nicht vorbei!