Berlin -  Nachhaltigkeit ist nicht erst seit einigen Monaten ein Trendthema. Über umweltfreundliches und ressourcenschonendes Leben und Arbeiten wird bereits sei vielen Jahren debattiert. Deshalb überrascht es fast ein wenig, dass es bislang noch keinen „grünen“ Filmpreis gibt. Die Idee dazu hatte nun die Heinz Sielmann Stiftung – die gleich vor den westlichen Toren Berlins die Naturlandschaft Döberitzer Heide betreibt. Sie lobt nun den Preis namens „Eisvogel – Preis für nachhaltige Filmproduktionen“ gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium aus. Das Preisgeld beträgt 20.000 Euro.

Heinz Sielmann drehte 176 Tierfilme

„Es geht dabei nicht um die künstlerische Leistung eines Filmes, nicht um den Inhalt des Films oder das Thema“, sagt Michael Beier, Vorstandsvorsitzender der Sielmann-Stiftung der Berliner Zeitung. Die Bewerberfilme müssen sich also nicht mit „grünen“ Themen beschäftigen. „Es geht bei dem Preis um die Fakten der Produktion des Films“, sagt er.

Gemeint ist zum Beispiel der Stromverbrauch bei Dreharbeiten außerhalb des Studios, wo die meisten Stromgeneratoren noch immer dieselgetrieben sind. Es geht um die Technik, die eingesetzt wird: Elektrofahrzeuge und energieeffiziente LED-Scheinwerfer, die mit Ökostrom betrieben werden. Nachhaltig wären auch wiederverwendbare Kulissen oder optimierte Produktionsabläufe mit weniger Drehorten, kurzen Transportwegen und weniger Fahrkilometern.

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Benannt ist der Filmpreis nach diesem Vogel.

„Über diese Idee spreche ich seit zweieinhalb Jahren mit dem Bundesumweltministerium und anderen Partnern“, sagt Beier. „Es dauert immer eine Weile, so eine Idee in die Realität umzusetzen.“ Dass die Sielmann Stiftung auf die Idee kam, sei doch naheliegend gewesen. Heinz Sielmann war ein legendärer Tierfilmer, der 176 Folgen „Expeditionen ins Tierreich“ gedreht hat. „Wir sind also selbst mit der DNA des Filmens verbunden“, sagt Beier. „Und für uns als Stiftung ist das Thema Nachhaltigkeit in unserer Philosophie verankert. Wir wollen einen Anstoß geben, dass sich die Filmbranche verändert.“ Der Preis solle dazu beitragen, dass sich die Filmbranche verbindliche ökologische Mindeststandards für die Produktionen gibt.

100 Tonnen Kohlendioxid pro Produktion

Die Möglichkeiten sind beachtlich. „Der Krimi am Sonntag steht für große Spannung, aber auch für mehr als 100 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß je Produktion“, sagte Florian Pronold, Staatssekretär im Umweltministerium. Das Beispiel zeige: Die Filmbranche hat ein enormes Potenzial für mehr Klimaschutz und weniger Ressourcenverschwendung.

Auch für Filmproduktionen gibt es mittlerweile grüne Alternativen. Doch die seien noch nicht so verbreitet. Neben dem Einsatz umweltschonender Techniken und erneuerbarer Energien geht es vor allem um die Beschaffung oder Wiederverwendung von nachhaltigen und Recyclingprodukten. 

Bewerbungsschluss für den Preis ist der 30. November. Die Preisverleihung findet am 10. Februar 2022 statt.

Infos unter: www.eisvogel-filmpreis.de