Der Roedeliusplatz in Lichtenberg bekommt Gedenkort für Stasi-Opfer

Der Roedeliusplatz direkt neben der Ex-Stasi-Hauptzentrale in Lichtenberg bekommt jetzt doch einen Gedenkort für die Opfer der DDR-Staatssicherheit.

Um die Neugestaltung des Platzes hatte es Streit gegeben. Der Roedeliusplatz ist umgeben von Geschichte. An der Westseite liegt der Gebäudekomplex der Normannenstraße. An der Südseite befindet sich heute ein Frauengefängnis – von 1945 bis 1955 tagte dort ein sowjetisches Militärtribunal, das über Todesurteile und Deportationen entschied.

Davor gelegen befand sich zu DDR-Zeiten ein Gerichtsgebäude, in dem Staatsfeinde ihr Urteil erwarten mussten. Im Norden des Platzes (Schottstraße 2) steht ein Haus, in dem sich einst ein Folterkeller der sowjetischen Geheimpolizei befand.

2019 sollen die Bauarbeiten fertig sein

Fakten, die für einen Gedenkort sprechen. Doch ein solcher fehlte bisher in der Planung des Bezirksamtes. Diese sieht so aus: Um die Kirche, die sich in der Mitte des Roedeliusplatzes befindet, soll es einen Speiseplatz und einen Spielbereich geben. Gehwege sollen verbreitert, Bänke und Lampen aufgestellt werden.

Im Jahr 2019, so die Planung, sind die Bauarbeiten fertig. Die politische Dimension der Umgebung haben die Planer aber außer Acht gelassen – und damit Ärger mit dem Opferverein „Bürgerkomitee 15. Januar“ bekommen. Der Verein fordert einen Gedenkort ein. Der Bezirk geriet unter Druck, die Gestaltung des Platzes ist bereits Thema in der Berliner Landespolitik.

Planungsgespräche beginnen in ein paar Tagen

Lichtenbergs Stadträtin für Stadtentwicklung, Birgit Monteiro (SPD), verspricht jetzt: „Ja, es wird einen Gedenkort geben.“ Wo, ist noch nicht klar. Sie machte deutlich, dass sich die Südseite des Platzes dafür eignen würde. Die Gespräche mit dem Verein „Bürgerkomitee 15. Januar würden noch laufen.

Das Planungsbüro „Gruppe Planwerk“ aus Wilmersdorf hatte anfangs einen Gedenkort ausgeschlossen. Am Mittwoch hieß es: „Uns ist das Begehren nun bekannt. Der Umgang mit der Geschichtsthematik ist uns geläufig“, sagte Stadtplaner Heinz Tibbe. Er schlug einen Gedenkort an der anliegenden Schottstraße vor.

Wie genau eine Gedenkstätte aussehen soll, ist noch unklar. In ein paar Tagen treffen sich alle Beteiligten zu Planungsgesprächen.