Die Frau hat vorher überlegt, was sie sagen will, falls sie nach dem Weg fragen muss. Falls sie im Schöneberger Rathaus den Raum nicht findet. Falls sie in die Verlegenheit kommt, einem Pförtner zu erzählen, dass sie mit Sex Geld verdient. „Wo muss ich hin, um eine Tätigkeit im Rotlichtmilieu anzumelden?“, wollte sie fragen, nicht: „Wo kann ich mich als Prostituierte registrieren?“ Eine Kleinigkeit, die über ein großes Stück Würde entscheidet, findet die Frau.

Es ist kein leichter Gang, zu dem sie sich an diesem Vormittag aufgemacht hat. Das neue Prostituiertenschutzgesetz verpflichtet sie, ihren Job den Behörden zu melden. Am 1. Januar lief eine Übergangsfrist aus, seitdem riskiert sie eine Strafe, wenn sie bei der Arbeit keinen Nachweis darüber bei sich trägt. In der Praxis kontrollieren Polizei und Ordnungsämter das aber noch nicht, ergab kürzlich eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Jürn Jakob Schultze-Berndt. Denn Berlin hinkt bei der Umsetzung des Bundesgesetzes hinterher, auch die Anmeldung ist bisher nur provisorisch möglich.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.