Berlin - Berlin kann zufrieden sein. Mit seinen sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen hat die Stadt die Möglichkeit, den Wohnungsmarkt zu beeinflussen. Mittlerweile bewirtschaften die Landeseigenen mit ihren mehr als 330.000 Wohnungen etwa jede fünfte Mietwohnung in der Stadt. Das ist wichtig, um Einfluss auf die Belegung der Wohnungen und auf die Mietentwicklung zu nehmen. Doch die Beziehung zwischen den politisch Verantwortlichen und den Wohnungsbaugesellschaften ist nicht ungetrübt.

Der Grund: Die landeseigenen Vermieter treten gerne mal auf die Bremse, wenn es darum geht, Wünsche der Politik nach einer stärkeren Regulierung der Mieten abzumildern. Die Landespolitiker wiederum sind ständig der Versuchung ausgesetzt, den Unternehmen weitere Zugeständnisse für eine mieterfreundliche Politik abzugewinnen. Zum Beispiel, indem sie sich den Ankauf von Wohnungen wünschen. Beide Positionen sind auf ihre Weise nachvollziehbar.

So groß die Verdienste der landeseigenen Unternehmen bei der Versorgung von Mietern verschiedenster sozialer Milieus sind, so sehr überrascht es, dass sie mit ihrer Vermietungspolitik immer wieder Fragen nach der sozialen Treffsicherheit aufwerfen. So ist es schwer verständlich, dass im vergangenen Jahr, als für weite Teile der Mieterschaft der Mietendeckel galt, die Mieten für Sozialwohnungen aufgrund steigender Verwaltungs- und Instandhaltungspauschalen angehoben wurden.

Das erweckt den Eindruck, dass die Unternehmen all das für machbar halten, was ihnen von der Politik nicht generell ausdrücklich verboten wird. Mehr  Fingerspitzengefühl für das politisch Zulässige wäre wünschenswert. Solange es daran mangelt, wird die Beziehung zwischen Senat und Unternehmen aus immer neuen Regulierungen bestehen. Allerdings sollte auch die Politik wissen: Geld steht nicht unendlich zur Verfügung.