Der Tauentzien mit seinem Prachtstück Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche im Jahr 1914: eine repräsentative Wohnstraße, so wie sie um 1890 angelegt worden war – mit geschlossener Bebauung in kleinen Parzelle, breitem Boulevard nach Pariser Vorbild und Grünstreifen. Zentraler Teil des „Neuen Westens“.

Mit dem Bau des Kaufhauses des Westens begann um 1907 die Wandlung zur Einkaufs- und Geschäftsstraße. Doch in den berühmten Berliner Hinterhöfen, oft mehrere in Folge, befanden sich noch immer Tausende von Wohnungen.

1920 wurde das Areal in die Großgemeinde Berlin integriert. Im Zweiten Weltkrieg litt der Tauentzien schwer. Nur wenige Gebäude, darunter das KaDeWe, wurden wieder hergestellt.  

Wie die aktuelle Aufnahme zeigt, ist die moderne Bebauung lockerer. Geschäftsbauten, die mehrere Parzellen belegen, dominieren. Durch Hochhausbauten erfolgte eine Verdichtung nach oben.

Die Kirche steckt zwischen Hochhäusern, der Pilot musste kurven, um die günstige Position für die Aufnahme zu finden, die etwa dieselbe Position trifft wie die Aufnahme von 1914.

+++

Das Bilderpaar ist eines von 49 Bildpaaren, die in dem Band  "Berlin – Luftaufnahmen gestern und heute" versammelt sind  (Dirk Laubner/Dirk Palm, Elsengoldverlag 2018).