Berlin - In dem Elfgeschosser in der Wörlitzer Straße scheinen alle Wohnungen vermietet zu sein. Auch im dritten Aufgang des Marzahner Plattenbaus prangt an jedem der 33 Klingelschilder ein Name, selbst für die mittlere Wohnung im achten Geschoss. Die Mieter dieser Wohnung können noch nicht lange dort leben. Bis vor einem Jahr war hier die Familie Zaher zu Hause: die 38-jährige Homa, ihr Mann Ahmad und die gemeinsame neunjährige Tochter Tajala. 2014 war die kleine Familie aus ihrer Heimat Afghanistan nach Deutschland geflohen. Vor einem Jahr, am 29. Februar 2020, wurden Homa und Tajala Zaher in ihrer Wohnung getötet, ihre Leichen auf grausame Weise in Szene gesetzt.

Was sich hinter der verschlossenen Wohnungstür der Zahers vor genau einem Jahr abspielte, wirft bis heute Fragen auf. Auch wenn sich der mutmaßliche Mörder, ein Nachbar der Familie, seit nunmehr 21 Verhandlungstagen wegen Mordes vor dem Berliner Landgericht verantworten muss. Mit jedem Zeugen, der gehört wird, mit jedem Ermittler, der von seiner Arbeit an dem Fall berichtet, werden die Bedenken nicht kleiner: Ist der angeklagte Landsmann der Zahers wirklich der Täter? Hat die Polizei in alle Richtungen ermittelt?

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