Berlin - Das Jahr 1929 neigt sich seinem Ende zu, doch der Silvesterabend versetzt viele Berliner nicht in Feierlaune. Der New Yorker Börsenkrach vom 24. Oktober hat die Welt in eine Wirtschaftskrise gestürzt, deren Ausmaße noch nicht absehbar sind. Der dunklen Vorahnungen der Hauptstädter sind berechtigt: Berlin wird im Sog der Krise in einen Strudel der Kriminalität geraten, Schwerverbrechen werden zunehmen, allen voran Raub und Mord.

Die Berliner Kriminalpolizei ist in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre sehr erfolgreich. Laut Kriminalstatistik können die Beamten der Inspektion A (Mord/Todesermittlungen) 1928 von 40 Morden 39 aufklären. Doch allmählich bekommt ihr glänzender Ruf matte Stellen. Es scheint sich zu bestätigen, was schon Mark Twain nach seinem Aufenthalt in der deutschen Hauptstadt in den Jahren 1891 bis 1892 schrieb: Berlin sei das „Chicago Europas“. Die Kripo bearbeitet 1929 insgesamt 32 Mordfälle und zwei Jahre später bereits 54.

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