1000 Euro Finderlohn: In Marzahn wird der teuerste Teddybär von Berlin gesucht

Eine Touristin verliert ihren Teddybär beim Ausflug in Berlin. Jetzt bietet sie 1000 Euro für den, der das Plüschtier findet. Die Geschichte einer Suchanzeige.

Suchanzeige am Zaun der Gärten der Welt
Suchanzeige am Zaun der Gärten der WeltBlankennagel

Das Drama für Marina geschah am 2. Juli um die Mittagszeit und beschäftigt sie seither jeden Tag. „Der Verlust ist für mich wirklich schmerzlich“, sagt sie am Telefon. Marina hat etwas verloren, das einen materiellen Wert von gerade mal zehn Euro besitzt. Trotzdem hat sie eine Belohnung von 1000 Euro ausgelobt.

Die Frau mit der hanseatischen Stimme ist 55 Jahre alt und Hamburgerin. Vor fast fünf Wochen war sie mit ihrem Lebensgefährten in Berlin. Das verlängerte Wochenende führte die beiden in die Gärten der Welt nach Marzahn. Alles war wunderbar, bis Marina merkte, dass Junior verschwunden war: ihr Teddybär.

Junior ist zwölf Zentimeter groß, hat hellbraunes Fell, weiße Ohren und schwarze Augen. Er ist 17 Jahre alt und ein echter US-Boy. Marina erzählt, dass sie damals in New York ein paar Cent Kleingeld brauchte und an einen Kiosk ging. Dort sah sie diesen kleinen Bären für knapp zehn Dollar, kaufte ihn und trug ihn seither bei sich. Bis zum 2. Juli 2022 in Berlin.

Dort liefen sie dann durch die Gärten der Welt, suchten Junior, wandten sich an Mitarbeiter und fragten an jeder Kasse nach. Ohne Erfolg. In den Wochen danach kam Marina zweimal nach Berlin und hängte ein paar Dutzend Flyer auf: mit einem Bild von Junior und jenem 1000-Euro-Versprechen, das ihn nun zum wohl teuersten Teddy Berlins macht.

Nicht irgendein Plüschtier

Marina sagt, manche würden das vielleicht verrückt finden, aber für sie sei Junior nicht irgendein Plüschtier: Junior sei Junior. Ihr Glücksbringer. Er war mit ihnen in New York, in San Francisco, in Spanien, in Italien. Überall.

Marina ist auch nicht reich, um leichtsinnig so viel Geld zu versprechen. Die Kommunikationskauffrau ist derzeit auf Arbeitssuche und hatte für die Berlin-Reise im Juli extra ein Zimmer im schönen, aber weit entfernten Wannsee gebucht, weil das preiswerter war. Die 1000 Euro wären für sie schon eine schmerzhafte Summe. Aber es geht um Junior.

„Junior wird gebraucht“, sagt sie und erzählt, dass er ein begnadeter Streitschlichter ist. Wenn sie und ihr Lebensgefährte sich mal zanken, mische sich irgendwann die Stimme des Teddys ein – und schon bald sei die schlechte Stimmung weg. „Mit Junior war ich in der Corona-Zeit auch in Kitas oder im Altersheim, um die Leute dort aufzuheitern“, erzählt Martina. „Nun mache ich jeden Tag etwas, um Junior zu finden.“

Sie hat alle Fundbüros in Berlin angeschrieben, ist seit 2. Juli bei Facebook, um ihn dort zu suchen, hat bei Ebay eine Suchanzeige aufgeben, ruft regelmäßig in den Gärten der Welt an und fragt bei der BSR nach, ob Junior jemandem vor den Besen kam. „Ich mache weiter, bis ich ihn gefunden habe.“