In Polen trat zum 1. März jenes Gesetz in Kraft, das die Nennung geschichtlicher Tatsachen unter Strafe stellt. Es lautet: „Jeder, der öffentlich der polnischen Nation oder dem polnischen Staat faktenwidrig die Verantwortung oder Mitverantwortung für Verbrechen zuschreibt, die durch das Dritte Deutsche Reich begangen wurden, unterliegt einem Bußgeld oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.“ Nun frage ich mich, ob ich mich mit meinem 2017 erschienenen Buch „Europa gegen die Juden“ strafbar gemacht habe, in dem natürlich auch Abschnitte zu Polen enthalten sind.

Der Gründungsvater der Nationaldemokratischen Partei, der höchst aktive Antisemit Roman Dmowski, auf den sich die heutige Regierung Polens beruft, zollte 1934 Hitlers Politik „zur Ausmerzung des jüdischen Einflusses“ Respekt. Die Zeitung des Bistums Kielce (Gazeta Tygodniowa) hatte 1933 einen ähnlichen Ton angeschlagen: „Hitler ist der Feind Polens, aber im Kampf gegen die moralische Zersetzung durch die Juden müssen wir ihm recht geben.“

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