Berlin - Sie haben nachgedacht, getüftelt, Elemente hin- und hergeschoben. Jetzt konnten die Planer der Deutschen Bahn (DB) den Knoten durchschlagen. Sie haben für den zweiten S-Bahn-Tunnel in der Berliner Innenstadt eine Streckenführung vorgestellt, mit der die Nachbarn leben können. So sieht der Bundestag anders als bei bisherigen Varianten nun keine Gefahr für das Reichstagsgebäude mehr. Auch lasse das  Konzept das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma „weitestgehend unberührt“, lobte der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma. Damit nähert sich eine Diskussion, die das S-Bahn-Projekt immer wieder zu verzögern drohte, nach mehreren Jahren dem Ende. Allerdings ist noch ein weiterer Akteur einzubeziehen.

Eine Demonstrantin hält ein Protestplakat gegen die Anti-Corona-Maßnahmen in die Höhe, schwarze Limousinen bringen Abgeordnete zur Plenarsitzung im Bundestag. Jenseits der Scheidemannstraße beginnt der Tiergarten, der an diesem Tag grau und struppig aussieht. In dem Park befindet sich seit 2012 das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma. Es erinnert an die Ermordung von mehreren Hunderttausend Menschen, die als „Zigeuner“ verfolgt wurden. Deutlich wird: Zwar geht es bei der Debatte über den S-Bahn-Tunnel nur um einen kleinen Teil des Parlaments- und Regierungsviertels. Aber er ist ein politischer Ort, aufgeladen mit Themen aus der Vergangenheit und Gegenwart. Das macht das Vorhaben der Bahn so kompliziert. Sie muss in dem Gebiet zwölf „Zwangspunkte“ berücksichtigen.

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