Franziska Giffey.
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BerlinEs wird die ganz harte Tour. Sollte sich Franziska Giffey irgendwann der Illusion hingegeben haben, es werde ein Leichtes, sich in Berlin erst zur Vorsitzenden der SPD und dann zur Spitzenkandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin küren zu lassen, wird sie gerade eines Besseren gelehrt. Die Hürden, die die Hoffnungsträgerin der an sich selbst und ihrem schleichenden Bedeutungsverlust leidenden Sozialdemokratie, zu überwinden hat, sind hoch. Und der Weg ist lang und ziemlich steinig.

Einen Stein hat sich Franziska Giffey selber in den Weg gerollt: Es ist ihre eigene umstrittene Doktorarbeit. Aus dem Plagiatsverfahren ist sie mit einem blauen Auge und einer Rüge der Freien Universität heraus gekommen.

Stein Nummer zwei ist Giffeys designierter Partner an der Spitze der Landespartei, Fraktionsvorsitzende Raed Saleh. Ob der umstrittene Saleh tatsächlich der Mann sein wird, der für die im SPD-Spektrum rechts verorteten Politikerin im linken Berliner Landesverband Mehrheiten organisieren kann, bestreiten viele in der Partei. Wenn man es freundlich formulieren will, kann man sagen, dass sich das Duo noch finden muss.

Stein Nummer drei auf dem Weg ist, so gewöhnungsbedürftig es klingen mag, ihr Ehemann. Der verbeamtete Veterinärmediziner ist entlassen worden, weil er verbotene Nebentätigkeiten annahm und dafür bei seinen Dienstzeiten schummelte.

So oder so wird es nicht ein einziger Stein sein, der Giffey stolpern lassen könnte. Sie alle zusammen könnten sich aber zu einem schwer überwindlichen Haufen auftürmen. Jetzt muss Franziska Giffey Durchhaltevermögen beweisen.