Sie sind die Streifenwagen der Wasserstraßen und sollen auf Berlins Flüssen und Seen für Sicherheit sorgen. Doch die 16 Boote der Berliner Wasserschutzpolizei sind in einem so desolaten Zustand, dass sie im vergangenen Jahr fast ein Drittel der Zeit in der zentralen Werkstatt der Polizei in Spandau sowie zwei weiteren Niederlassungen der Wasserschutzpolizei lagen. Das geht aus einer Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber hervor.

Demnach konnten die Boote im vergangenen Jahr an 111 Tagen im Jahr wegen Reparaturen oder Wartungsarbeiten nicht eingesetzt werden. Die insgesamt 16 Schiffe sollen im Rahmen eines „bedarfsorientierten Streifendienstes“, wie die Polizei es nennt, unter anderem den Bootsverkehr kontrollieren, Fischwilderer aufspüren sowie bei „hauptstadtbedingten Sicherheitsaufgaben mit Versammlungsschutz“ zum Einsatz kommen.

Die Mängel an den Schiffen sollen im Rahmen einer großangelegten Modernisierung nun dauerhaft behoben werden. Das entsprechende Konzept aus dem Jahr 2015 beinhalte notwendige Umbau- und Instandsetzungsmaßnahmen in den nächsten fünf Jahren mit geschätzten Kosten in Höhe von 1,25 Millionen Euro sowie zwölf Bootsneubauten bis zum Jahr 2027 mit Kosten von etwa 14 Millionen Euro, hieß es.

Erst 2015 hatte das Land Berlin ein neues Polizeiboot für 750.000 Euro angeschafft. Doch bereits auf der Jungfernfahrt lief die „Seeadler“ voll Wasser, die Reparatur dauerte Monate. Damals hatte ein Materialfehler das Leck verursacht.