Deutsch-Polnischer Journalistenpreis verliehen

Schwerin. Der 15. Deutsch-Polnische Journalistenpreis ist an Autoren der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», der ARD und von Radio Koszalin überreicht worden. Konrad Schuller von der FAZ habe in seinem Beitrag «Der neue Schlesier» die Herausbildung eines neuen Regionalbewusstseins dargelegt, das polnische wie deutsche Traditionalisten gleichermaßen ärgere, begründete Jury-Mitglied Adam Krzeminski die Auszeichnung am Dienstagabend in Schwerin.

In der Kategorie Fernsehen siegte Markus Frenzel vom ARD-Magazin «Fakt» mit seiner Reportage «Löcknitz: Zuwanderungsparadies und NPD-Hochburg». In Löcknitz, einer vorpommerschen Kleinstadt unmittelbar an der Grenze zu Polen, ist jeder zehnte Einwohner Pole. Zugleich wählen 20 Prozent NPD. Jurorin Bogna Koreng lobte die originelle Aufmachung des Beitrags.

In der Kategorie Hörfunk ging der Preis an die polnische Journalistin Jolanta Rudnik von Radio Koszalin. In ihrem Feature «Tutaj, here, hier» über eine Fotoausstellung zur Region Pommern greife Rudnik das Thema einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Menschen auf, deren Bindeglied derselbe Ort ist, hieß es.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) lobte den Beitrag der Medien zur guten Entwicklung der deutsch-polnischen Nachbarschaft. Das Verhältnis zwischen Polen und dem wiedervereinten Deutschland habe sich so gut entwickelt, dass angesichts der historischen Belastungen selbst Optimisten überrascht worden seien, sagte er laut vorab verbreitetem Redemanuskript. «Dazu haben die Medien in Polen und in Deutschland einen wichtigen Beitrag geleistet.»

Der Deutsch-Polnische Journalistenpreis wird von den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, den drei Woiwodschaften Lebuser Land, Niederschlesien und Westpommern sowie der Robert Bosch Stiftung und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit vergeben. Die Preisverleihung war Höhepunkt der 5. Deutsch-Polnischen Medientage, die am Mittwoch nach drei Tagen zu Ende gehen. Die 6. Medientage finden im kommenden Jahr in der niederschlesischen Metropole Breslau (Wroclaw) statt. (dpa)