Yuri Marschall ist Deutschlands kreativster Milchschäumer. Ganz offiziell. Im Januar hat er die deutsche Latte-Art-Meisterschaft gewonnen, und in der kommenden Woche wird er in Berlin bei der World Latte Art Championship um die Wette schäumen. Was Yuri Marschall in den Milchschaum auf dem Cappuccino zaubert, hat wenig mit den Herzen und Blättern zu tun, die in vielen Cafés den Kaffee zieren. Es sind wahre Kunstwerke, die entstehen, wenn er das Milchkännchen in die Hand nimmt, fein wie Kalligrafie, fantasievoll, fast zu schön zum Trinken. Und wenn Marschall erzählen soll, was er da macht, klingt es wie eine eigene Wissenschaft.

„Die Schaumkonsistenz ist entscheidend“, sagt er, „ohne Mikroschaum gelingen keine detaillierten Muster.“ Dieser Mikroschaum, den Baristi mithilfe der sogenannten Dampflanze, dem dünnen silbernen Rohr an der Kaffeemaschine, entstehen lassen, indem sie Luft unter die Milch heben und sie dann darin verteilen – dieser Schaum ist es, für den es viel Übung und Erfahrung braucht. Es reicht jedenfalls nicht, ein bisschen in der Milch herumzustochern.

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