Die silberfarbene Aluminiumfassade ist bereits zum Teil demontiert, die nackten Betondecken und Stützen ragen ins Freie – das 23-stöckige Hochhaus der Deutschen Rentenversicherung Bund am Hohenzollerndamm 47 in Wilmersdorf ist zurzeit eine weithin sichtbare Baustelle. Bis zum dritten Quartal 2015 soll das gesamte Gebäude instand gesetzt werden und einen besseren Brandschutz erhalten.

„In dem Hochhaus waren früher rund 1 300 Beschäftigte untergebracht“, sagt der Sprecher der Deutschen Rentenversicherung, Dirk von der Heide. „Diese arbeiten jetzt in einem Dienstgebäude der Deutschen Rentenversicherung Bund in der Soorstraße.“ Wenn das Hochhaus saniert ist, soll es äußerlich wieder wie früher aussehen. Rund 175 Millionen Euro sind für die Arbeiten veranschlagt.

Das Hochhaus am Hohenzollerndamm war von 1974 bis 1977 nach Plänen der Architekten Hans Schaefers und Hans-Jürgen Löffler errichtet worden. Wie bei vielen Gebäuden aus dieser Zeit wurde auch in dem Hochhaus Asbest verbaut. Die Stützen des Gebäudes wurden als Brandschutz mit Asbestplatten verkleidet. Der Asbest ist mittlerweile komplett aus dem Hochhaus beseitigt worden, berichtet Dirk von der Heide. Entfernt wurden zudem Stoffe mit künstlichen Mineralfasern in der Deckenverkleidung. Wie Asbest gelten künstliche Mineralfasern als krebserregend. „In dem Gebäude befinden sich keine Schadstoffe mehr“, sagt von der Heide.

Über Jahre arbeiteten die Beschäftigten der Rentenversicherung in dem Haus, doch einer Gefährdung seien sie nicht ausgesetzt gewesen, sagt der Sprecher. „Eine hermetische Abriegelung gegenüber der Raumluft war sichergestellt.“ Messungen hätten ergeben, dass die Schadstoffe mit der Raumluft nicht in Kontakt gekommen seien. „Gefahren für die Mitarbeiter bestanden also zu keinem Zeitpunkt“, so Dirk von der Heide.

Wilmersdorf ist der traditionelle Standort der Rentenversicherung. 1921 entstand an der Westfälischen Straße und der Ruhrstraße das erste Gebäude der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte (RfA). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1953 die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) als personell stärkste Bundesbehörde mit Sitz in Berlin eröffnet. Die BfA ging im Jahr 2005 in die neu gebildete Deutsche Rentenversicherung Bund auf. Sie beschäftigt rund 23 000 Mitarbeiter, davon rund 14 000 in Berlin.

Während in Berlin Geld für die Asbestsanierung landeseigener Gebäude wie beim Steglitzer Kreisel oder beim Internationalen Congress Centrum (ICC) eher schleppend bereitgestellt wird, hat die Rentenversicherung keine Finanzierungsprobleme. Die Mittel für die Sanierung stellt die Deutsche Rentenversicherung aus ihrem eigenen Haushalt zur Verfügung, sagt Dirk von der Heide.

Zu den bekannten Gebäuden in Berlin, in denen Asbest verbaut wurde, gehören das ICC, der Steglitzer Kreisel und der Flughafen Tegel. Sie müssen erst noch saniert werden. Im Palast der Republik war Spritzasbest verbaut worden. Nach der Beseitigung des Asbests wurde der Palast abgerissen, um Platz für das neue Schloss zu machen.