Berlin kann sich nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Olympische Spiele nicht leisten. „Geld, das für Sportveranstaltungen verwendet wird, fehlt an anderer Stelle“, schreibt der DIW-Forscher Karl Brenke in einer Stellungnahme. Viele Straßen und Schulen seien dringend sanierungsbedürftig. Für Berlin verbiete sich daher der Luxus von Olympia. „Die Stadt lebt von der Substanz - und die mittelfristige Finanzplanung sieht ein weiteres reales Abschmelzen der ohnehin schon geringen Investitionen sowie deren Umlenkung in den Wohnungsbau vor.“

Kosten in der Bilanz nicht berücksichtigt

Außerdem sei Berlin hoch verschuldet und hänge am Tropf des Bundes und anderer Bundesländer, warnt der Ökonom. „Angesichts der damit verbundenen hohen Kosten und anderer Belastungen wäre es weise, die Einwohner rasch und ehrlich über die wirtschaftlichen Konsequenzen zu informieren.“ Berechnungen, nach denen etwa London mit Olympia einen Gewinn erzielt habe, stimmten nicht. Die Investitionen und andere Kosten etwa für Verkehr und Sicherheitsmaßnahmen in der Stadt seien in der Bilanz nicht berücksichtigt worden.

Ende Februar will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit einer Umfrage die Stimmung in Berlin und Hamburg ergründen. Bis dahin versucht der Senat, mit einer großen Werbekampagne die bisher noch große Zurückhaltung der Berliner in Zustimmung zu verwandeln. Am 21. März entscheidet der DOSB, ob er mit Berlin oder Hamburg ins Rennen um die Sommerspiele 2024 und 2028 geht. Erst im Herbst können Berliner oder Hamburger in einer Volksbefragung ihre Stimme abgeben. (dpa)