Solche Schutzzäune wurden Ende 2019 entlang der Grenze aufgestellt, damit Wildschweine die Afrikanische Schweinepest nicht von Polen nach Brandenburg übertragen.
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BerlinEs ist eine Katastrophe mit Ansage: Wenn man bei der Afrikanischen Schweinepest von einer Katastrophe sprechen will. Der bundesweit erste Fall dieser hochgefährlichen Krankheit ist nun in Südbrandenburg nachgewiesen worden – bei einem toten Wildschwein.

Schon bald wird ein neues Kürzel in aller Munde sein: ASP – Afrikanische Schweinepest. Der Name ist bewusst recht dramatisch gewählt, denn die Krankheit verläuft für Schweine fast immer tödlich. Das ist die bittere Wahrheit. Für den Menschen allerdings ist es eine ungefährliche Krankheit. Das ist die beruhigende Wahrheit.

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: Agrarmarkt Informations-Gesellschaft, Statistisches Bundesamt, dpa

Der Laie könnte sich nun also fragen: Was ist so dramatisch daran, wenn sich alle Wildschweine infizieren und daran sterben? Für die Schweine wäre es eine Katastrophe – und es könnte auch eine für die heimische Fleischindustrie werden: Denn Deutschland ist nun mal ein „Land der Schweine“. Lange Zeit stand es in Europa auf Platz 1, wurde inzwischen allerdings von Spanien überholt und rangiert weltweit auf Platz 5.

Wenn die Krankheit von einem infizierten Wildschwein seinen Weg in einen heimischen Schweinestall finden sollte, müssten nicht nur die Tiere des betroffenen Stalles gekeult werden. Nein, auf dem Weltmarkt stünde deutsches Schweinefleisch auf dem Index und wäre dann oft nur schwer oder gar nicht mehr verkäuflich. Eine finanzielle Katastrophe für die betroffenen Bauern. Besonders, weil die Branche coronabedingt aktuell sowieso nicht gerade glänzend dasteht.

Doch – wie gesagt – es ist eine Katastrophe mit Ansage: Die Krankheit grassiert seit Jahren in Osteuropa und steht seit Monaten nahe der deutschen Grenze. Nun müssen die Krisenstäbe beweisen, dass sie sich ordentlich vorbereitet haben auf den Ernstfall. Alles andere wäre eine Katastrophe.