Berlin - Die Zukunft der Substitutionsambulanz für Heroinabhängige in Kreuzberg bleibt ungewiss. Die Praxis des Trägervereins „Notdienst Berlin e.V.“ muss seine Räumlichkeiten an der Kochstraße aufgeben. Ein neuer Standort ist noch nicht gefunden. Im Gespräch ist ein 3000 Quadratmeter großes Gelände am Anhalter Bahnhof, das die Verwaltung von Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) vermitteln möchte. Der Verein steht mit der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) in Kontakt, um zu prüfen, ob auf dem Areal Container errichtet werden können. Es wäre lediglich eine Übergangslösung.

Ambulanz für Heroinabhängige: Kritik am Berliner Senat

Die Ambulanz an der Kochstraße muss am 31. Dezember schließen. Dann läuft der Mietvertag mit der Malteser-Stiftung endgültig aus. Ursprünglich wäre bereits Ende November Schluss gewesen, der Trägerverein erhielt jedoch einen Aufschub. Seit der Kündigung zu Beginn des Jahres läuft die Suche nach einem neuen Quartier, was sich auf dem angespannten Berliner Immobilienmarkt als sehr schwierig erweist. Kritik üben die Verantwortlichen um Geschäftsführer Michael Frommhold an der Senatsverwaltung. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) habe auf Anfragen während zurückliegenden neun Monate nicht reagiert, heißt es. Kalayci hatte am Dienstag auf einer Pressekonferenz mitgeteilt, sie verfüge über „keine Räumlichkeitsmöglichkeiten“. Den Vorwurf der Untätigkeit finde sie „nicht hilfreich“.

Seit zwei Jahrzehnten ist die Ambulanz in der Nähe des Checkpoint Charlie Anlaufstelle für Heroinabhängige, an die Medikamente zur Substitution ausgegeben werden. Drei Ärzte und acht Sozialarbeiter versehen dort ihren Dienst. Auf der Homepage heißt es, in der Praxis würden Leben gerettet, Infektionskrankheiten behandelt, Beschaffungskriminalität verringert, die gesellschaftliche Wiedereingliederung gefördert. Wie lange noch, ist ungewiss.