Berlin - Die Berliner Corona-Ampel zeigt sich dieser Tage besonders farbenfroh. Sie leuchtet Rot (Sieben-Tage-Inzidenz), Gelb (Wochentrend der Sieben-Tage-Inzidenz) und Grün (4,7 Prozent der Intensivbetten sind belegt). Konsequenzen hat das aber erst mal nicht.

Ab einer Inzidenz von 30 schaltet die Ampel in der Hauptstadt auf Rot. Im Moment liegt sie bei 44,4 Neuinfektionen auf 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen. Das ist im Vergleich zum Winter sehr beruhigend. Da lag die Zahl auch schon bei mehr als 200.

Der moderate Wert ist einer der Gründe, warum der Senat dieser Tage allenfalls beiläufig auf seine eigene Corona-Ampel schaut. Schon seit dem Frühjahr, als die Zahlen erstmals seit langem wieder kräftig sanken, hat sie mehr oder weniger ausgedient.

So enthält die Berliner Infektionsschutzverordnung eine Inzidenz als Höchstwert nur noch in einem Fall: Veranstaltungen mit mehr als 5000 Zuschauern sind nur bis zu einer Inzidenz von 35 erlaubt.

Unabhängig davon gelten aber weiterhin strenge Regeln. So dürfen Gaststätten ihre Innenräume nur für Personen öffnen, die einen aktuellen negativen Corona-Test oder einen Impf- beziehungsweise Genesenennachweis vorlegen können. Und in Schulen gilt bekanntermaßen eine Pflicht zu zwei Tests pro Woche – für ungeimpftes Lehrpersonal und Schüler.

In Theater, Kino oder Oper heißt es: Masken tragen, sobald man den Platz verlässt. Bei Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen müssen alle Beteiligten einen aktuellen negativen Test, einen vollständigen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis vorlegen.

Besonders kompliziert sind die Regeln beim Friseur. So gibt es zwar noch eine Masken-, aber keine Testpflicht mehr, solange die Kunden geimpft oder genesen sind. Sollte aber etwa bei der Rasur die Maske abgenommen werden müssen, braucht es doch wieder einen Negativ-Test. Dieser kann auch im Salon selber abgenommen werden.

Besonders streng sind weiterhin die Besuchsregeln in Alten- und Pflegeheimen, wo sich selbst geimpfte Besucher regelmäßig testen müssen, um ihre Angehörigen zu besuchen.

Alle diese Regeln und noch viele mehr gelten unabhängig von jeder Inzidenz. Doch das dürfte sich bereits in der kommenden Woche wieder ändern. Am Dienstag will sich der Berliner Senat mit den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz in dieser Woche befassen.

Die Ministerpräsidenten haben sich in Absprache mit der Bundeskanzlerin auf neue Regeln für die Gastronomie geeinigt. Demnach gilt ab 23. August für alle Ungeimpften in Innenräumen von Gastronomie, Fitnessstudios, Kinos und so weiter eine Testpflicht. Sie soll ab einer Inzidenz von 35 gelten.