Berlin - Der Ärger mit dem Paketdienst läuft seit Wochen. Der Freund erzählte schon ein paar Mal davon – und der Paketdienst kam in seinen Geschichten gar nicht gut weg.

Es geht um ein Paket, das der Freund vor einigen Wochen weggeschickt hat. Er hatte von seinem Telefonanbieter ein neues Gerät bekommen und sollte das alte zurücksenden. Das übliche Prozedere: Er musste nur die Rücksendeadresse ausdrucken und auf das Paket kleben. So weit, so einfach.

Doch ab da wurde es kompliziert. Das Paket kam nie an. Dafür bekam er Post vom Paketdienst. Dort hieß es: An der Adresse sei nichts zustellbar, er müsse nun 58 Euro Gebühren bezahlen – für den Aufwand, die Lagerung und die Auslösung des Pakets.

Er schaute nach: Die Adresse war korrekt. Er hatte nichts falsch gemacht – warum sollte er 58 Euro zahlen? Da er aber nicht wollte, dass irgendwann der Geldeintreiber vor der Tür steht, fing er an zu telefonieren. Stundenlang hing er in Warteschleifen, und wenn irgendwann jemand abhob, waren die Mitarbeiter zwar höflich, hatten aber keine Lösung.

Als er genügend Lebenszeit verschwendet hatte, ging er in einen Laden seines Telefonanbieters. Kaum hatte er sein Problem geschildert, öffnete sich die Tür: Ein Obdachloser schob einen Einkaufswagen mit seinem Hab und Gut in den Laden.

Der Obdachlose lächelte ungläubig

Eine Verkäuferin ging zu ihm. Mit leiser Stimme erklärte der Mann sein Problem mit dem Handy. Sie hielt etwas Abstand, reagierte aber sehr freundlich, schaute im Computer nach und sagte: „Für zehn Euro ist Ihr Problem lösbar.“ Er kramte seine erbettelten Ersparnisse hervor und zählte zehn Euro ab, da sagte sie: „Oh, Entschuldigung. Es kostet 15 Euro.“ Er stöhnte kurz auf, suchte aber weitere Münzen heraus. Auch mein Freund suchte nach Geld für den Obdachlosen. Doch bevor er es ihm geben konnte, sagte die Verkäuferin: „Ach, wissen Sie. Ich habe das Ganze kostenlos hinbekommen.“ Der Obdachlose lächelte ungläubig.

Sie gab ihm seine neue Sim-Karte, doch seine geschwollenen Finger waren zu dick, um die winzige Karte einzubauen. Die Verkäuferin half ihm und sagte: „Problem gelöst.“

Der Mann war glücklich. Der Freund war neidisch. Die Frau, die ihn bediente, sagte nun: „Ich habe auch eine Lösung.“ Er bekam eine Gutschrift auf seine Telefonrechnung über 58 Euro. „Problem gelöst“, sagte er und strahlte.

Obwohl gleich zwei Mitarbeiterinnen „Geld verschenkt“ haben, hat sich die Kulanz für ihre Firma gelohnt. Denn der Freund erzählt die Geschichte nun überall herum. Allerbeste Mund-zu-Mund-Propaganda. Genauso wird es sicher auch der Obdachlose machen. Mehr Werbung geht nicht – jedenfalls nicht für so wenig Geld.