Der erste April ist der Tag der Fake News – selbst bei seriösen Medien. Auch in diesem Jahr haben wieder viele Kollegen, darunter auch unsere eigenen, ihre Leser in die Irre geführt. Wir haben die besten Aprilscherze aus und über Berlin und Brandenburg gesammelt:

Chris Dercon wird Documenta-Leiter

Über den Wahrheitsgehalt dieser Nachricht hätten sich in Berlin sicher viele gefreut: Der neue Volksbühnen-Chef Chris Dercon werde als künstlerischer Leiter die kommende Documenta kuratieren, meldete das Magazin Monopol. Die Wahl sei auf den Kurator gefallen, "weil er krisenerprobt sei und sich durchzusetzen wisse". Am Montag hieß es dann: April, April!

Wedding bekommt ein Französisches Viertel

Französische Namen für alle Straßen im Afrikanischen Viertel: Das fordert laut Weddingweiser der Frankreichbeauftragte des Bezirks Mitte. „Immerhin war der Wedding jahrzehntelang französische Besatzungszone“, sagt Didier l’Avant-Haller, der selbst französische Wurzeln hat. Er fordert nun ein Quartier Français. Die Piraten aus Berlin-Mitte unterstützten ihn und schlugen auf Twitter die Umbenennung der Sansibar- in Louis-de-Funès-Straße vor.

Prenzlauer Berg führt Alkoholverbot ein

Nach dem Barbesuch noch schnell ein Bier vom Späti für den Nachhauseweg – das sei bald Geschichte, zumindest in Prenzlauer Berg. Der Bezirk Pankow habe ein nächtliches Alkoholverkaufsverbot beschlossen. Ab Juli diesen Jahres dürften Tankstellen, Supermärkte und Spätkäufe in der Zeit von 22 Uhr bis fünf Uhr früh keinen Alkohol mehr verkaufen – auch nicht am Wochenende. Behauptete unsere Kollegin Julia Grass. Stimmt aber nicht.

1. Klasse fahren in der U- und S-Bahn

Bordeauxrot karierte Samtsessel: So sieht laut Tagesspiegel künftig die erste Klasse in der Berliner S-Bahn aus. Mit der Idee reagiere der Verkehrsverbund auf den Ansturm der Fahrgäste in der wachsenden Hauptstadt. In den U-Bahnen sollen die Abteile jeweils hinter den Führerständen eingerichtet werden. Damit fielen zwar Plätze für Fahrräder und Kinderwagen weg, „aber damit kommen Sie ja schon jetzt kaum mehr in die Züge“, sagt BVG-Sprecher Peter Preetz. Spätestens bei diesem Namen sollten aufmerksame Leser den Braten gerochen haben: Die BVG-Sprecherin heißt Petra Reetz.

B 96 wird ehrenamtlich ausgebaut

"Unternehmer aus Oberhavel nehmen den Ausbau der B 96 jetzt selbst in die Hand und beginnen ehrenamtlich mit dem Bau der Ortsumfahrung Fürstenberg" - das berichtete das Nachrichtenportal MOZ.de am Sonntag. Mit einem europaweiten Ausschreibungsverfahren könnte sich der Ausbau schließlich um weitere Jahre verzögern. Fertig werden soll das Ganze angeblich schon Ende 2018.

Volker Zerbe spielt wieder für die Füchse

Auch der Sport blieb nicht von den Witzbolden verschont: Laut Füchsen Berlin steht Volker Zerbe (49) vor einem Comeback. „Sportkoordinator Volker Zerbe wird nach Ostern wieder ins Mannschaftstraining einsteigen", teilte der Verein via Twitter mit. Seit seinem Karriereende 2006 habe er sich mit heimlichen Laufgruppen bei Auswärtsreisen fitgehalten, hieß es.

Sarah Wagenknecht gründet eigene Partei

Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht trete von ihrem Amt als Fraktionschefin im Bundestag zurück und verlasse die Partei, war beim Freitag zu lesen. Grund seien „unüberbrückbare Differenzen in der Flüchtlingspolitik“, teilte sie exklusiv am 1. April mit. Nun wolle sie eine neue Partei gründen: die Links-Nationale Partei Deutschlands (LNPD).

Horst Seehofer will Bären ansiedeln

Auch Horst Seehofer hat eine neue Aufgabe: Als Heimatminister wolle er sich für Flora und Fauna stark machen, meldete tagesschau.de zum 1. April. Von "Problembären" wie Bruno, der 2006 auf Geheiß der bayerischen Staatsregierung erschossen wurde, soll keine Rede mehr sein. "Der Braunbär gehört zu Deutschland wie Wolf, Wisent und Elch", wird der CSU-Politiker zitiert. Der Braunbär könne vor unerwünschten Einwanderern schützen, zum Beispiel vor Waschbären. "Die Tiere brechen in Dachböden und Gartenhäuser ein, wühlen im Müll, töten sogar deutsche Haustiere - aber gegen einen deutschen Braunbären hätten sie keine Chance." Das dürfte die Berliner freuen.

Hartmut Dudde wird Berliner Polizeipräsident

Hartmut Dudde soll neuer Polizeipräsident in Berlin werden. Das will Oliver von Dombrowski vom Verein Polizei Grün "aus sicherer Quelle" erfahren haben, wie er auf Twitter mitteilte. Dudde war Gesamtpolizeiführer beim umstrittenen Polizeieinsatz beim G20-Gipfel in Hamburg 2017. Kein Aprilscherz, aber auch am 1. April bekannt geworden: Für den Polizeieinsatz (etwa 700 Berliner Beamte) beim G20-Gipfel im Juli 2017 stellt das Land Berlin dem Gastgeber Hamburg voraussichtlich knapp 2,1 Millionen Euro in Rechnung. 

Polizei setzt auf neuen Trabi

Ein weiterer Aprilscherz kam von der Polizei selbst: In Görlitz ist die Polizei künftig mit einem reaktivierten Trabant 601 unterwegs. Das einst in Zwickau gebaute Fahrzeug sei am Donnerstag übernommen worden, teilte die Polizeidirektion mit - und untermauerte den Aprilscherz mit überzeugenden Argumenten.

„Der TRABANT 601 zeichnet sich durch Spritzigkeit, gute Kurveneigenschaften, ein geringes Gewicht, Belastbarkeit und Wartungsarmut aus“, wurde Polizeipräsident Torsten Schultze zitiert. Ideal sei er für enge Wege wie die Altstadtgassen in Görlitz, Zittau und Bautzen. Der Trabi werde mit neuester Technik ausgestattet. „Für moderne Arbeitsbedingungen und effektive Einsatzmittel ist uns jedes Mittel recht.“ Die Bundesbereitschaftspolizei freut sich dagegen über 200 Cabrios im Sommer:

(BLZ/dpa)