Vor fünfJahren kam in Gestalt von Fräulein Frost das Eis in den Reuterkiez. Kam, blieb - und wuchs. Heute ist der Laden doppelt so groß wie damals, die Schlange an warmen Tagen dreimal so lang und eine zweite Filiale in Tempelhof hat eröffnet.

Das Fräulein Frost ist Kieztreffpunkt, Besuchermagnet und vor allem ein besonderer Ort, wenn man beim Eis-Essen probierfreudig ist. Denn Charlotte Pauly, Inhaberin und Eismacherin, probiert ständig Neues aus, oft Vorschläge von Gästen.

Was gut ankommt, bleibt im Sortiment - und erhält manchmal einen rätselhaften Namen, hinter dem sich immer eine Geschichte verbirgt. Die schönsten Eissorten-Hintergründe sowie die wichtigsten Fakten zu diesem quirligen Laden lesen Sie in unserem Steckbrief.

Hier finden Sie Fräulein Frost: Fräulein Frost, der Eisladen mit dem kalten Namen und der warmherzigen Atmosphäre, ist in der Friedelstraße 38 zu Hause, mitten in den belebten Metern zwischen Landwehrkanal und Reuterstraße. Geöffnet ist von Montag bis Freitag ab 13 Uhr, am Wochenende ab 12. Bis es dunkel wird - oder einfach bis das letzte Eis aufgegessen ist (ja, das gab es schon mal).

Wann ist es hier am schönsten? Wer Trubel mag: Zwischen 16 und 18 Uhr, wenn der ganze Kiez auf dem Heimweg ist. Wer's lieber lauschig hat: Danach. Die Sonne scheint ab 14.30 Uhr auf die vielen Tische, Stühle und Bänke.

Inhaber: Charlotte Pauly und Carsten Andörfer

Freundlichkeit der Bedienung: Selbst im größten Kinderansturm sind die Servicekräfte hinterm Tresen und an den Tischen geduldig und gelassen. Ihr Motto: Freundlichkeit ohne Überschwang und Gezwitscher.

Preise: Die - großzügige - Kugel Eis der meisten Sorten kostet 1,10 Euro. Sorten mit teureren Zutaten, zum Beispiel Pistazie, können auch mal mehr kosten. Kinderkugeln für 80 Cent gibt es auf Anfrage. Ein Spaghetti-Eis kostet 4,50 Euro, ebenso der aus dem Osten bekannte Schwedenbecher (Vanille-Eis, Apfelmus und Eierlikör) und andere Klassiker. Kaffee: 1,70 Euro; Eiskaffee 3,60 Euro.

Länge der Schlange: Manchmal windet sie sich bis um die nächste Hausecke (damit die Straße freibleibt) und ist mehrspurig. Mittags und abends wird sie kürzer.

Diese Eiskäufer kommen hierher: Das junge bis mitteljunge Volk vom Reuterkiez, viele Hipster, auch Touristen. Und natürlich Kinder über Kinder mit ihren probierfreudigen Eltern.

Diese ungewöhnlichen Sorten gibt es hier: "Lüking Spezial", eine Kombination aus Kürbiskernen und Vanille. Sie ist nach einem mittlerweile verstorbenen Freund von Charlotte Pauly benannt. Der hat's erfunden - und der Name ist auch Gedenken. "Graceland", nach einer kanadischen Freundin, verbindet Erdnuss-Butter, Banane und Schokostücke. Namenlos, aber trotzdem originell: Gorgonzola-Birne, Ziegenmilch-Erdbeer und Salziges Karamel. Demnächst gibt es "Oma-Bille". Auf Wunsch ihrer Tochter Luzia, die das immer bei Oma isst, tüftelt Charlotte Pauly gerade am Rezept für die Kombination aus Himbeeren und Honig.

Diese Sorte hat am besten geschmeckt: Schoko-Orange! Superschokoladig und trotzdem frisch, wegen der Orange.

Darum wird man hier Stammkunde: Allein schon, um immer wieder zu sehen, was Charlotte Pauly sich für neue Sorten ausgedacht hat. Und: "Weil man hier alle Freunde trifft" (Noah, 6 Jahre alt).