Im Gerichtssaal sitzen die Ankläger der Staatsanwaltschaft und die Angeklagten einander gegenüber. Die Sitzordnung markiert den Frontverlauf zwischen den Strafverfolgern und den verfolgten Gesetzesverletzern. Sind Nebenkläger an einem Strafprozess beteiligt – Opfer von Straftaten oder deren Hinterbliebene –, dann sitzen sie auf der Seite der Ankläger. Beide verfolgen ja ein gemeinsames Ziel: Aufklärung und Sühne.

Im Münchner NSU-Prozess gibt es diesen klaren Frontverlauf nicht. Die Bundesanwaltschaft hat von Beginn des Verfahrens an eine zweite Front eröffnet – hin zu den Nebenklägern und ihren Rechtsvertretern. Während des mittlerweile gut vier Jahre andauernden Prozesses sparte sie nicht mit Attacken gegen die Anwälte und mit dem Blockieren ihrer Beweisanträge. Auch verwehrte sie ihnen die Einsicht in wesentliche Aktenteile. Alle Versuche der Nebenklage, durch Erheben zusätzlicher Beweise auf die Spur möglicher Mittäter zu kommen und eine Verwicklung zwielichtiger V-Leute des Verfassungsschutzes zu beleuchten, hintertrieben die Ankläger.

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