Berlin - Es ist die erste Grüne Woche ohne Eintritt – das ist natürlich schön. Aber es ist auch die erste Grüne Woche ohne Messestände – das ist nicht schön, nicht für das Publikum, nicht für die sonst 1800 Aussteller aus aller Welt. Und auch nicht für den Veranstalter, die Messe Berlin. Denn diese Gesellschaft macht einen beachtlichen Teil ihres sonst üblichen 300-Millionen-Euro-Umsatzes durch die fünf großen Leitmessen in Berlin. Das sind jene Messen, bei denen die deutsche Hauptstadt weltweit der führende Ausstellungsort ist. Die Internationale Grüne Woche gehört dazu, sie ist die größte Ernährungsmesse weltweit. Sie ist auch die beliebteste Publikumsmesse der Berliner und immer das erste Highlight des Messejahres. Doch wegen der Pandemie kann sie dieses Mal nur online stattfinden.

Aber dort ist – wie gesagt – der Eintritt immerhin kostenlos. Auf der Internetseite werden kostenfrei 100 Veranstaltungen angeboten.

Um 9.30 Uhr gab es am Mittwoch eine Eröffnungspressekonferenz, dann folgte ein  Vortrag des Investors Frank Thelen, bekannt aus der Fernsehsendung „Höhle der Löwen“.  Weitere digitale Vorträge stehen auf dem Programm, einer etwa zum Thema „Wie schmeckt Gesundheit?“, ein anderer zu der Frage „Kann Palmöl nachhaltig gewonnen werden?“ Es wird auch über den enormen Preisdruck durch Discounter wie Aldi und Lidl auf dem Milchmarkt diskutiert oder über Klosterweine.

„Die Grüne Woche ist ganz klar eine Publikumsmesse“, sagte die Sprecherin der Grünen Woche, Britta Wolters. Von den 400.000 Besuchern sonst sind üblicherweise „nur“ 100.000 Fachbesucher. Und von den auch sonst immer angebotenen Veranstaltungen richtet sich etwa die Hälfte ans Publikum, die andere Hälfte eher an Fachbesucher. Einige Formate sind besonders beliebt geworden, etwa offene Gesprächsrunden mit Ministern. Auf großes Interesse dürfte daher am Donnerstag ab 11.30 Uhr das Gespräch der Moderatorin Judith Rakers mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) stoßen.

Außerdem werden am Donnerstag die Regional-Stars ausgezeichnet und es gibt die Publikumsreihe Cook & Talk. „Ganz wichtig ist in Zeiten von Homeschooling, dass wir extra ein digitales Schülerprogramm mit 170 Punkten bieten“, sagte Britta Wolters.

Parallel zur Grünen Woche lädt das Bundeslandwirtschaftsministerium auch in diesem Jahr zu einem globalen Austausch über die Zukunft der Ernährung ein. Sonst sind meist etwa 80 Minister aus aller Welt leibhaftig in Berlin dabei. Dieses Mal sind Delegationen aus 92 Ländern virtuell zusammengeschaltet.

„Das Schöne ist, dass all das digitale Material weiterhin online zur Verfügung steht und bis Ende April angeschaut werden kann“, sagte Wolters. „Damit dauert die Grüne Woche dieses Mal viel länger als sonst. Und sobald wir wieder Leute auf das Messegelände lassen dürfen, beginnen auch die Publikumsmessen wieder.“

Infos unter: www.gruenewoche.de