Die Lebensgut-Immobilienfirmen sind im brandenburgischen Zossen registriert.
Foto: BLZ/Markus Wächter

BerlinDie Intransparenz auf dem Immobilienmarkt nutzen nicht nur mafiöse Gruppen für ihre Zwecke. Auch deutsche Unternehmer und gut beleumundete Geschäftsleute profitieren von den Möglichkeiten, ihr Vermögen und ihre Geschäfte mit Hilfe von Briefkastenfirmen, Treuhändern und unübersichtlichen Gesellschaftsgeflechten zu verstecken.

Die Berliner Zeitung hat ein Firmennetzwerk aufgedeckt, an dem geschätzt rund 100 Häuser hängen dürften. Wem sie gehören, war für die Öffentlichkeit bislang nicht feststellbar. Nun wissen wir mehr: Die Firmen gehören zu Nikolaus Ziegerts Unternehmensgruppe, eine weitere Fährte führt zu René Benko. Gut möglich, dass weitere Investoren dahinter stecken.

Aber Eigentum verpflichtet, so steht es im Grundgesetz. Wenn Kommunen, Behörden, Mieter und Stadtöffentlichkeit oftmals keine Ahnung haben, wem Häuser und Grundstücke gehören, ist das ein Problem, weil sie bei Konflikten niemanden zur Verantwortung ziehen können. Zwar ist das Geldwäschegesetz in den vergangenen Jahren mehrmals nachgeschärft worden. Das hat mehr Transparenz geschaffen, aber der Fall Lebensgut deutet darauf hin, dass Lücken bleiben.

Davon profitieren auch Verbrecher. Experten vermuten, dass jedes Jahr 20 Milliarden Euro auf dem deutschen Immobilienmarkt gewaschen werden. Daran ließe sich etwas ändern. Aber, wie vor einigen Jahren herauskam, waren es eben brave deutschen Geschäftsleute, die ihren Einfluss auf die Politik genutzt haben, um mehr Transparenz bei Briefkastenfirmen zu verhindern, genauer gesagt der Lobbyverband der „Familienunternehmer“, die großen Namen der Wirtschaft, die Superreichen, deutsche Familienclans.