Berlin - Cornelia Schönert darf am Dienstagnachmittag nur kurz in ihre Erdgeschosswohnung in der Pohlestraße 7. Sie braucht dringend Unterlagen für ihren Anwalt. Bei dem überstürzten Aufbruch am späten Sonntagabend hatte sie nicht an ihre Papiere gedacht. „Als die Polizei gegen 22.30 Uhr an meiner Tür klopfte und sagte, ich müsse raus, dachte ich, sie machen Witze“, erzählt die Köpenickerin. Das Haus, in der sich ihre Wohnung befindet, liegt direkt an der Baugrube, die seit Montag für Schlagzeilen sorgt. Die Bewohner von 18 Häusern mussten ihre Wohnungen verlassen, weil die Grube nachgegeben hatte und die angrenzenden Gebäude einzustürzen drohten. Da Strom und Gas abgestellt werden mussten, wurden weitere Häuser unbewohnbar. Die Anwohner kamen bei Freunden unter oder wurden vom Bezirk mit Unterkünften versorgt. Cornelia Schönert hat die vergangenen zwei Nächte im Hotel verbracht.

Schönert wird von Torsten Kurz begleitet, dem Katastrophenschutzbeauftragten von Treptow-Köpenick. Er ist der Einsatzleiter, zuständig für die Sicherungsmaßnahmen vor Ort. Der 56-Jährige hat bereits zwei Großlagen gemanagt, wie er sagt. Den Riesenstromausfall vor zwei Jahren im Bezirk und nun die Evakuierung von 360 Menschen aus ihren Häusern. Beides Ereignisse, für die der Bezirk nicht wirklich etwas könne, sagt er.

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