Berlin - Rasante Rennen, spektakuläre Drifts und riskante Überholmanöver – das bekommen die Berliner im Frühjahr wieder auf der Karl-Marx-Allee und am Strausberger Platz geboten. Denn die Formel E kehrt nach Berlin zurück. Das Unternehmen Gil und Weingärtner hat für den Weltautomobilverband FIA nach Informationen der Berliner Zeitung am Mittwoch beim Senat die Anträge gestellt, ein Rennen der Elektro-Sportserie zu veranstalten. Der Termin steht fest: 10. Juni 2017.

„Die Strecke ist die gleiche wie beim Rennen am 21. Mai“, sagt Geschäftsführer Ulrich Weingärtner. Er managt den E-Prix Berlin für die FIA. Start und Ziel werden also erneut auf der Karl-Marx-Allee Höhe Café Moskau sein. Gefahren wird auf einem etwa zwei Kilometer langen Rundkurs über Strausberger Platz und Lichtenberger Straße in Friedrichshain und zurück zur Karl-Marx-Allee. Für die Zuschauer wird es einige Änderungen geben. Bisher mussten sie ein Ticket kaufen, wenn sie das Rennen von Tribünen aus verfolgen wollten, die entlang der Strecke aufgestellt werden. Das gilt weiterhin.

Zuschauer kommen künftig bis an die Strecke heran

„Wir werden zusätzlich zwischen den Tribünen aber Zonen zum Beispiel in der Karl-Marx-Allee schaffen, wo die Zuschauer bis an die Strecke herankommen und das Rennen sehen können“, sagt Weingärtner. Zudem sind neue Tribünen im Innenraum der Rennstrecke geplant, so dass die Zuschauerzahl deutlich größer sein wird als zuletzt. 14.000 Besucher gab es beim Rennen im Frühjahr, bei dem nach 48 Runden der Schweizer Sebastien Buemi vom Team Renault e.dams gesiegt hatte.

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Die Formel E ist eine internationale Rennserie, sie wurde von FIA- Präsident Jean Todt ins Leben gerufen. Er will daraus in wenigen Jahren eine Weltmeisterschaft machen wie die Formel 1. Während die Königsklasse kurz vor dem Abschluss des Rennjahres steht, hat in der Formel E die Saison 2016/17 gerade erst begonnen. Das Auftaktrennen gab es im Oktober in Hongkong, das Peking ersetzt hat, dort hat ebenfalls Buemi gewonnen. Neu im Rennkalender sind Marrakesch, Brüssel, New York und Montreal. Auch in Monaco wird nach einem Jahr Pause wieder gefahren, auf dem verkürzten Formel-1-Kurs.

Zehn Teams mit jeweils zwei Fahrern treten in der Formel-E-Meisterschaft an. Darunter sind mit Daniel Abt von Audi Sport Abt Schaeffler, Ex-Formel-1-Fahrer Nick Heidfeld vom indischen Team Mahindra Racing sowie Maro Engel von Venturi aus Monaco drei deutsche Fahrer. Mitbegründer von Venturi ist übrigens Hollywood-Star Leonardo DiCaprio.

Zum Grundsatz der Formel E gehört es, Rennen auf normalen Straßen in den Innenstädten großer Metropolen zu veranstalten, um insbesondere für Elektroantriebe und Elektroautos zu werben. Deshalb wird zum Rennen ein sogenanntes E-Village eingerichtet, das nun in Berlin mehrere Tage geöffnet haben soll. Dort können die Besucher zum Beispiel in Fahrsimulatoren testen, wie es sich anfühlt, ein Elektro-Rennen zu fahren, Elektroautos werden ausgestellt und Informationen zur Elektromobilität gegeben. „Wir werden das E-Village vergrößern“, sagt Weingärtner.

Die Gebühren für die Nutzung der Berliner Straßen im vergangenen Mai hat die Formel E in voller Höhe bezahlt, einen Nachlass gab es vom Senat nicht: 200.000 Euro gingen an den Bezirk Mitte, 140.000 an Friedrichshain-Kreuzberg.