Nase über der Maske.
Foto: imago images/Michael Weber

Berlin - Vor einiger Zeit beschrieb ich einmal, wie wichtig im Berlinischen die Nase ist, also die „Neese“. Zur Erinnerung: Jemand steckt „überall seine Neese rin“. Anderen muss man „allet aus de Neese ziehn“ oder „unter de Neese reiben“. Man selbst lässt sich „nix uff de Neese binden“, fällt aber leider manchmal „uff de Neese“. Der in Berlin geborene TV-Star Pittiplatsch sagt gerne: „Ach du meine Nase!“ (er muss ja Hochdeutsch reden im Fernsehen). Und meine Enkelin, gerade ein halbes Jahr lang, lutscht gerne an Nasen. Man kann das verstehen. Denn Nasen gucken so schön raus.

Auch das Coronavirus liebt Nasen. Daran musste ich denken, als ich gerade in der S-Bahn eine Szene erlebte. Zwei jüngere Leute stiegen ein und stellten sich in eine Ecke, ohne einen Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen. Nach einer Weile sagte ein Mann: „He, auch für euch jilt: Inne Bahn is Maskenpflicht!“ – Antwort: „Ist uns egal.“ – „Mir aba nich. Den Leuten ooch nich! Die wolln sich ja nich anstecken. Also, sofort Maske uffsetzen oder aussteijen! Ja, dit jilt ooch für dich, Jugendfreund!“, blaffte er einen weiteren Fahrgast an.

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