Bald schon ein alltäglicher Anblick: Eine Mitarbeiterin vom Gesundheitsamt mit einem Corona-Test. 
Foto: dpa/Britta Pedersen

Berlin - „Intensives Husten, Fieber, Schmerzen in der Brust“. Wen diese hier nur verkürzt gedruckte Liste nicht hochfahren lässt, der hat wohl die vergangenen sechs Monate verpennt. Ist bei mir nicht so, weshalb die Textnachricht an den Freund, dem ich in dem Moment, in dem sein Handy vibriert, gegenübersitze, ohne Maske – nach einer Umarmung, wir hatten uns lange nicht gesehen – durchaus bestimmte Knöpfe drückt. Eine Woche Fortbildung hatte er mit der Absenderin der Nachricht verbracht, in einer gemeinsamen Unterkunft. Testergebnis: positiv. Ich also: Alarm.

Meine Großmutter pflegte zu sagen: „Die kleinen Sünden straft der Herr sofort.“ Den Preis für die unüberlegte Umarmung zahle ich direkt. Der nächste Morgen, 8.30 Uhr. Bei zehn Grad und zaghaftem Sonnenschein, der die kalten Finger nicht annähernd wärmen kann, steige ich vom Rad, an einem Eckhaus in Neukölln. Vor der Corona-Praxis verteilen Arzthelfer in blauen Kitteln Klemmbretter mit Fragebögen. Die Abfertigung der Alarmierten läuft auf Hochtouren.

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