Berlin - Der Himmel ist grau, die Straße auch; der gesamte Tag scheint in allen erdenklichen Grautönen zu versinken. Satt und tief hängen die Wolken über der Autobahn, es nieselt unentwegt. Die Reifen wirbeln dichte Wasserschwaden auf. Und die Landschaft rauscht wie hinter Milchglas vorbei. 

Sieben Kilometer vor dem Dorf Linum sind die Felder neben der Autobahn weit und leer und im Dunst kaum zu unterscheiden. Doch dort vorn liegt ein frisch gepflügtes Feld. Die Erde ist saftig und dunkel. Und in der Mitte des Feldes ist eine Unzahl grauer Punkte zu sehen: Kraniche. Viele Kraniche. Sehr viele sogar. Bestimmt 1000 von ihnen stehen derart dicht an dicht nebeneinander, dass ihre Körper zu einer hellen Masse verschwimmen. Die sonst so stolzen Vögel scheinen im Dauerregen die Flügel hängen zu lassen, stehen einfach nur still da. Das satte Braun des Bodens bietet einen wunderbaren Kontrast zu ihrem Gefieder, diesem besonderen Grau. Es leuchtet hell wie Silber.

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