Das Haus an der Liebigstraße 34 soll am Freitag geräumt werden. Im Kiez organisiert sich der Protest. 
Foto: Volkmar Otto

Berlin - Auch dieser kühle Morgen beginnt für viele Leute in Friedrichshain lange bevor ihr Wecker klingelt. Es ist Mittwochmorgen, 5.15 Uhr, und der Himmel lärmt gewaltig. So wie seit Tagen. Jeden Morgen vor dem Aufstehen kreist ein Hubschrauber über dem Kiez zwischen Bersarinplatz und dem S-Bahn-Ring. Es ist kein Rettungshubschrauber, sondern ein Helikopter der Polizei. Die fliegen hier gern mal, denn in dieser Gegend – genau an jener Ecke, wo die Liebigstraße auf die Rigaer Straße trifft – steht eines der umkämpftesten Häuser der deutschen Hauptstadt: das Haus Liebigstraße 34, eines der letzten Besetzerhäuser Berlins, die einst auch als Besetzerstadt galt. In den 1970er-Jahren im Westen, nach dem Mauerfall auch im Osten.

Die Hubschrauber kommen immer dann vorbei, wenn in der Rigaer Straße mal wieder ein Großeinsatz läuft und die Polizei versucht, die dort versammelte autonome Szene in den Griff zu bekommen. Dass der Hubschrauber nun jeden Morgen kommt, liegt am größten Polizeieinsatz, der in Friedrichshain geplant ist seit der Räumung der Mainzer Straße im November 1990 mit ausufernden Straßenschlachten. An diesem Freitagmorgen soll das Haus, das in der Szene nur „L34“ heißt, geräumt werden.

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