Als im Jahre 1683 im Auftrag des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg an der Westküste Afrikas eine Handelskolonie durch den Bau der Festung Großfriedrichsburg errichtet wurde, begannen auch die Deutschen, sich am transatlantischen Sklavenhandel zu beteiligen. Als das koloniale Abenteuer nicht gewinnbringend verlief, verkaufte der preußische König Friedrich Wilhelm I. im Jahre 1717 den Kolonialbesitz an die Niederländisch-Westindische Compagnie für 72.000 Dukaten. Zudem wünschte er sich, wie es in einem Buch 120 Jahre später formuliert worden ist, als Preis für den Verkauf der Festung „gleichfalls ein halbes Dutzend schöner und wohlgestalteter Mohren von vierzehn, fünfzehn oder sechzehn Jahren“. Ob dieser Wunsch jemals erfüllt wurde, ist angesichts neuerer Forschungen mehr als zweifelhaft.

Keinesfalls erhielt die Mohrenstraße wegen der gewünschten „wohlgestalteten Mohren“ ihren Namen, wie es von den Befürwortern der Umbenennung der Mohrenstraße kolportiert wird – zum Zeitpunkt des Verkaufs von Großfriedrichsburg hatte die Straße vor den Toren Berlins bereits ihren Namen erhalten. Im heutigen Berliner Bezirk Mitte wurde Ende des 17. Jahrhunderts ein unbefestigter Weg als Mohrenstraße bezeichnet, weil hier eine Delegation afrikanischer Repräsentanten aus Großfriedrichsburg im heutigen Ghana für einige Monate einquartiert in einem Gasthaus war.

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