Berlin - Wenn jemand seit mehr als drei Jahrzehnten ein Weltstar ist, dann gilt es als besonderes Lob, wenn man über ihn sagt, er sei trotz des ganzen Ruhms immer Mensch geblieben. Bei Kermit und Miss Piggy funktioniert das nicht. Er ist schließlich der berühmteste Frosch der Welt und sie – darüber können auch teure Kleider nicht hinwegtäuschen – eine Sau. Beide baten am Mittwoch gemeinsam mit Regisseur James Bobin zur Pressekonferenz im Ballsaal des Hotels Ritz-Carlton, um ihren neuen Film „Die Muppets“ vorzustellen, der diesen Donnerstag in die Kinos kommt. Wobei sich Miss Piggy, wie jede richtige Diva, natürlich eine ausgiebige Verspätung gönnte. Kermit: „Sie braucht immer etwas länger.“ Der Frosch lästerte: „Sie ist im falschen Hotel. Im Holiday Inn Checkpoint Charlie.“

Den vereinzelt geäußerten Vorwurf, sie hätten da einen kommunistischen Film gemacht, vermag sich Kermit nur so zu erklären: „Das kann daran liegen, dass der Böse in diesem Film ein Ölmagnat ist.“ Über sein Berlin-Programm erzählte der berühmte Frosch: „Ich habe das Brandenburger Tor gesehen.“ Das Beste sei gewesen, all „die örtlichen Frösche zu treffen“. Und thailändisch essen sei er auch gewesen. Was allerdings unerfreulich endete: „Ich hatte noch keine Dollars gewechselt, und die haben keine Kreditkarte akzeptiert. Ich musste danach also saubermachen....“ Bei seinen Berlin-Erkundungen sei er nicht so oft erkannt worden, was laut Kermit daran liegt, dass er nur 60 Zentimeter groß sei und viele Leute einfach nicht nach unten schauen. In Anspielung auf seinen größten Hit als Sänger fügte er noch hinzu: „Es ist nicht leicht, grün zu sein.“

Miss Piggy und das KaDeWe

Regisseur und Hauptdarsteller hatten während ihres Berlinaufenthalts im Akkord Interviews zu geben. Kermit erwähnte aber auch noch nebenbei ein Problem mit der Kaufsucht seiner Kollegin: „Wir haben gut damit zu tun, Miss Piggy vom KaDeWe fernzuhalten. Besonders von der Lebensmittelabteilung....“ Die deutschen Plakate für seinen Film fand Kermit, der sich mit Yoga und einer proteinreichen Diät aus Fliegen und Moskitos fit hält, extrem beunruhigend. Auf denen steht als direkte Übersetzung von „The Muppets“ nämlich „Die Muppets“ und im Englischen bedeutet „die“ nun mal „sterben“. Dabei sind die Muppets so lebendig wie lange nicht mehr. Nach über zehn Jahren gibt es wieder einen neuen Kinofilm, und wenn der gut läuft, sind Fortsetzungen ziemlich wahrscheinlich. Miss Piggy wäre sicher wieder dabei („Ich würde alles für meinen Kermit tun.“). Zumal sich eine Befürchtung nach dem Wechsel der Muppets zum Disney-Konzern nicht bewahrheitet hat. Miss Piggy über Kermit: „Ich fürchtete, dass er sich in einen Prinzen verwandelt, als wir zu Disney wechselten.“

Regisseur James Bobin verschlug das Angebot für den Muppetfilm zunächst mal die Sprache: „Als Kind sah ich die ‚Muppet Show‘. Das war eine meiner Lieblingssendungen.“ Er machte sich mit Ehrfurcht an die Arbeit, denn seiner Meinung nach sind die Muppets „die Kronjuwelen der amerikanischen Kultur“.

Die Frage, ob sie sich wie andere Stars vor ihr für den Playboy ausziehen würde, fand Miss Piggy interessant: „Ist das ein Angebot?“ Und sie sagte auch spontan zu: „Natürlich!“ Was Kermit als Spielverderber eingreifen ließ: „Das ist ganz weit weg von dem, was Disney erlauben würde.“