Die Erleichterung war groß. Als die neue Transitautobahn von Berlin Richtung Hamburg eröffnet wurde, ging für die West-Berliner eine harte Zeit der Landstraßenfahrerei zu Ende. Denn wer immer von West-Berlin in den Norden der Bundesrepublik wollte, der war bis dahin gezwungen, über die Fernverkehrsstraße 5 zu fahren. Und die verlief einspurig von Berlin über die Dörfer bis nach Lauenburg.

Wenn nicht gerade ein Mähdrescher gemächlich vor einem her zuckelte, dann rollte ein – nachts oft nur schwach beleuchtetes – Militärfahrzeug oder ein Mofa vor dem eigenen Wagen. Überholen war so gut wie unmöglich.

So dauerte jede Fahrt eine gefühlte Ewigkeit. Wer verstehen will, dass die Erleichterung über die neue Autobahn so unendlich groß war, der muss wissen, dass jede Fahrt über die F5 eine Tortur war. Wirklich gut war die neue Autobahn Richtung Hamburg nämlich auch nicht.

Als wir das erste Mal die neue Verbindung benutzten, dachten wir zunächst, dass dieser Teil der Strecke wohl noch nicht richtig fertig geworden ist. Zwischen den Betonplatten waren jedenfalls so große Fugen, dass die Stoßdämpfer unseres VW Polo viel zu tun bekamen. Es klang wie dadong, dadong, wenn das Auto über den Spalt zwischen den Platten rollte. Als wir nach unserer ersten Fahrt am Ziel angekommen waren, wussten wir, dass die gesamte Autobahn so große Fugen hatte. Wir haben sie trotzdem tausendmal lieber benutzt als die F5.

Wer heute das dadong, dadong-Gefühl erleben will, der muss nur durch den Stadtautobahntunnel am Innsbrucker Platz fahren. Da gibt es ähnlich breite Fugen. Schlechte Pisten scheinen unausrottbar.