Ein Kollege wollte an dieser Stelle aufschreiben, warum Pandas aus seiner Sicht die langweiligsten Tiere der Welt sind. Aber das haben wir nicht zugelassen, denn der Kollege hat einfach keine Ahnung. Null. Pandas haben niedliche Puschel-Ohren, runde Babygesichter und zuckersüße, dicke Bäuche. Das hat auf uns Menschen eine magische Anziehungskraft – wenn man nicht so herzlos ist wie der Herr Kollege.

Aber das nur am Rande, denn es soll hier ja um die zwei neuen Pandas für den Berliner Zoo gehen. Sie treffen am Sonnabend aus China ein, und das ist fast so aufregend wie damals die Geburt von Eisbär Knut.

Gegen 14 Uhr sollen die Pandas Meng Meng, genannt Träumchen, und Jiao Qing, genannt Schätzchen, an Bord einer Lufthansa-Cargo-Maschine in Schönefeld landen. Zu diesem Zeitpunkt haben sie voraussichtlich 12 Stunden und 20 Minuten Flugzeit hinter sich. So wurde es für die Reise von Chengdu, dem Ort des Panda-Aufzuchtzentrums, nach Schönefeld ausgerechnet.

Versorgt werden Träumchen und Schätzchen unterwegs mit Bambussnacks

Mit an Bord sind zwei chinesische Tierpfleger und der Cheftierarzt des Berliner Zoos, Andreas Ochs. Ein persönlicher Arzt im Flugzeug: Das klingt nicht nach Mallorca-Bomber, so etwas kennt man eher von Nordkoreas Diktator Kim Jong-un. Aber der sieht ja auch wie ein Panda aus, nur ohne niedliche Puschel-Ohren.

Versorgt werden Träumchen und Schätzchen unterwegs mit den von ihnen bevorzugten Bambussnacks. Eine Tränke ist selbstverständlich auch vorhanden. Statt geräumiger Erste-Klasse-Sitze haben die Pandas eine riesige Transportbox, in der sie während des gesamten Fluges jederzeit von ihrem persönlichen Arzt betreut werden können.

Die Transportbox ist mit eigens angefertigten Saugmatten ausgelegt, so dass Herr und Frau Panda im Falle eines Falles trocken und ohne Geruchsbelästigung ihre Reise fortsetzen können.

Michael Müller wird das Panda-Paar gebührend empfangen

Sobald der Lufthansa-Frachter in Berlin gelandet ist, müssen die Pandas zuerst formell in Deutschland einreisen. Die mitgeführten Waren, eine Tonne frischer China-Bambus, sind leider nicht „duty free“. Die Zollkontrolle erfolgt direkt auf dem Rollfeld.

Von dort geht es für Träumchen und Schätzchen in die Cargo-Halle der Lufthansa, wo sie der Regierende Bürgermeister Michael Müller gebührend in Empfang nehmen wird. An seiner Seite: Chinas Botschafter Shi Mingde und Zoodirektor Andreas Knieriem.

Begleitet werden sie von einer Polizeieskorte

Nach dieser staatsmännischen Begrüßung werden Träumchen und Schätzchen im Mercedes-Lkw zum Zoo chauffiert – standesgemäß von einer Polizei-Eskorte begleitet. Mit viel Glück können die Berliner den Pandas zuwinken, wenn der Konvoi nach 16 Uhr das Elefantentor des Zoos passiert.

In der eigens eingerichteten Quarantäne-Station des Panda-Gebäudes können die Tiere danach ihren Jetlag auskurieren.
Geplant ist, dass Schätzchen und Träumchen am 6. Juli erstmals von ihren Fans besucht werden dürfen. Dieses Großereignis wird – es kann nicht anders sein – ein Träumchen! Das weiß jeder, nur unser ahnungsloser Herr Kollege nicht.