Sie sind erst zwischen 18 und 20 Jahre alt aber schon polizeibekannte Intensivtäter, Einbrecher und Verkehrsrowdys: Jetzt sitzen sie hinter Gittern. Am Dienstag vollstreckten 120 Polizisten 19 Durchsuchungsbeschlüsse unter anderem gegen Mitglieder der arabischen Großfamilie R. Ihnen werden schwerer Bandendiebstahl und Hehlerei vorgeworfen.

Laut Ermittlungen waren die Drei am 8. Oktober in der Wilmersdorfer Fasanenstraße in eine Boutique eingebrochen. Dort rafften sie teure Jacken zusammen – im Gesamtwert von 50.000 Euro.

Die Fahnder ermittelten einen damals noch 17-jährigen Intensivtäter, einen 18-jährigen Intensivtäter und einen 20 Jahre alten Mann, die mit der Tat zu tun hatten.

Komplize wurde an der Fasanenstraße aufgegriffen

Den 20-Jährigen nahmen Polizisten vorübergehend fest, als er vier Tage später, am 12. Oktober, versuchte in ein Handygeschäft in Spandau einzubrechen. Sein Komplize flüchtete. Vor dem Geschäft ließ er das Fluchtauto stehen, einen Audi A6; dessen Motor lief. Der Wagen, der abgemeldet war und falsche Kennzeichen hatte, wurde beschlagnahmt und zum Sicherstellungsgelände an der Biesdorfer Cecilienstraße gebracht. In der Nacht zum 14. Oktober wurde er von Unbekannten gestohlen, die in das Gelände eingebrochen waren. Im November fand die Polizei den Audi an einer Bundesstraße in Niedersachsen.

Der 18-jährige mutmaßliche Komplize des 20-Jährigen fiel dann der Polizei bei einer Kontrolle am 9. Januar in der Fasanenstraße auf. Er fuhr einen Mercedes. Bei der Kontrolle beleidigte und bespuckte er die Beamten. Dann fuhr er gezielt auf sie zu und stoppte kurz vor ihnen. Bei der Festnahme leistete er heftigen Widerstand.

Frauen haben das Diebesgut verkauft

Im Auto saß auch der 17-Jährige, der an dem Einbruch in das Bekleidungsgeschäft am 8. Oktober beteiligt war. Er ist inzwischen volljährig und sitzt wegen eines anderen Diebstahls in Haft. Seinen 18-jährigen Mercedes fahrenden Kumpel nahmen Polizisten bereits vergangene Woche fest. Wegen des Angriffs auf die Polizisten hatte ein Richter Haftbefehl erlassen.

Neben den Anschriften der drei Verdächtigen wurden auch die Wohnungen von vier jungen Frauen durchsucht. Sie sollen das Diebesgut der Bande verkauft haben. Die Beamten fanden auch die beim Einbruch gestohlenen Jacken.