Fahr- und Fluggäste haben am Montag einen schlechten Start in die Woche erlebt. Technikprobleme brachten den S-Bahn-Verkehr durcheinander. Busse verspäteten sich auf glatten Straßen. Auf den Flughäfen störte ein Warnstreik des Sicherheitspersonals zusätzlich zum Winterwetter den Verkehr.

Am Montag gab es wieder einmal eine Weichenstörung bei der S-Bahn. Diesmal geschah es gegen 9.30 Uhr in Grunewald. Auf der Linie S 7 nach Potsdam konnten die Züge bis zum Nachmittag nur noch alle 20 Minuten verkehren. Schon am Sonntag hatten Weichenstörungen den S-Bahn-Verkehr erheblich beeinträchtigt. „Allein während meines Dienstes gab es vier solcher Störungen, so schlimm war es schon lange nicht mehr“, so ein Lokführer.

„Immer wieder verkündet die Deutsche Bahn, dass nun alle Anlagen gut für den Winter gerüstet seien, und immer wieder stehen die Fahrgäste frierend auf den Bahnsteigen und warten auf verspätete Züge“, sagte Hans-Werner Franz, Chef des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB). „Es ist nicht nachvollziehbar, warum der Infrastrukturbetreiber DB Netz die Probleme nicht in den Griff bekommt.“

Züge fuhren verkürzt

Außerdem nehme bei der S-Bahn die Zahl der Fahrzeugstörungen offenbar wieder zu. „Es gab viele verschiedene Vorfälle, aber keine flächendeckenden Störungen“, entgegnete ein Bahnsprecher. Die betroffenen Fahrgäste wird das kaum getröstet haben. Auf dem Ring blieb am Morgen ein S-Bahn-Zug liegen – „wegen Rauchentwicklung am Motor“, wie es hieß. Außerdem fehlten auf der von vielen Fahrgästen genutzten S-Bahn-Hauptstrecke zwei Züge für den Betrieb. Folge war, dass der Fahrplan ausgedünnt wurde.

Damit nicht genug: Alle Verstärkerfahrten auf der Linie S 5 entfielen wegen Zugmangels, auf den Linien S 46 und S 75 waren Züge mit weniger Wagen als vereinbart unterwegs, sagte VBB-Sprecherin Elke Krokowski. Für die Linie S 47 fiel einer von drei Zügen, die dort normalerweise fahren, wegen eines Schadens aus. Darum musste die Strecke wie so oft auf den Abschnitt Spindlersfeld – Schöneweide gekürzt werden.

Um sieben Uhr waren bei der S-Bahn 990 Wagen im Einsatz, teilte die Sprecherin mit. Aktuell vorgesehen seien dagegen 1 038 Wagen. Hätte die S-Bahn wie ursprünglich angekündigt die S-Bahn-Linie S 85 zwischen Waidmannslust und Grünau wieder in Betrieb genommen, wären sogar 1 062 Wagen nötig gewesen. Doch wie berichtet lehnen der Senat und der VBB die Reaktivierung ab, so lange der übrige Betrieb nicht stabil laufe. Krokowski: „Am Montag zeigte sich, dass wir mit unserer Einschätzung richtig liegen.“

42 Flüge gestrichen

Wegen des Warnstreiks des Sicherheitspersonals, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte, wurden in Tegel und Schönefeld 42 Flüge gestrichen. Die Lage normalisierte sich nur langsam. Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber kritisierte, dass der Ausstand nicht angekündigt wurde: „Wir haben mit dem Wetter schon genug Probleme.“