Wandbild am Gebäude Levetzowstraße 6-7 in Moabit auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge.
Foto: Gudath

Berlin Während die einen mit Reichsfahnen und Naziparolen gegen den Bundestag anrennen, gibt es auch die anderen: Sie lassen sich nicht von rechtsextremen Ideologen und Populisten mitziehen, sondern haben aus der deutschen Geschichte gelernt. Sie wissen, wohin Rassismus, Antisemitismus und überbordender Nationalismus führen kann. 

Gerade hier in Deutschland, in Berlin, wo das Zentrum des Nationalsozialismus war. Aber hier gab es auch die größte Jüdische Gemeinde Deutschlands, eine breite, vielfältige Kultur, mit Restaurants, Theatern und natürlich den Synagogen. Eine der größten, in der Levetzowstraße in Moabit, missbrauchten die Nationalsozialisten ab 1941 sogar als Sammellager für diejenigen, die von dort in die Vernichtung geschickt wurden. Tausende gingen von hier aus den Weg in den Holocaust.

Erinnerungsplatten beim Gebäude Levetzowstraße 6-7 in Moabit auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge.
Foto: Gudath

1988 entstand anstelle der abgerissenen Synagoge ein beeindruckendes, mehrteiliges Mahnmal, das an die dunkle Geschichte dieses Ortes erinnerte. Dem setzten nun die Bewohner*innen des Nachbarhauses etwas Neues gegenüber: Als sie erfuhren, dass das Gebäude neu gestrichen wird, beschlossen sie, ein Wandbild anzubringen. Eine Kunstlehrerin in dem Haus organisierte die Malaktion. Seit einigen Tagen leuchtet es nun direkt auf die Gedenkstätte und ergänzt diesen Mahnort perfekt.

Das Bild zeigt stilisiert das Hauptportal der einstigen Synagoge, man sieht den Portikus mit drei der einst vier Säulen, darüber schemenhaft den Davidstern. Finanziert haben es die Bewohner*innen, die so ein gut sichtbares Zeichen dafür setzen, dass dies nicht nur ein Ort der Trauer und des Schreckens war, sondern auch der eines lebendigen Lebens.

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