Berlin - Clara Giacomini rührt geduldig mit dem Kochlöffel im teigigen Reis. Immer wieder gießt sie einen Schluck Gemüsebrühe auf. Im Flur und Wohnzimmer ihres kleinen Apartments in Friedenau tollen währenddessen ihre Kinder, die achtjährige Jamira und der zehnjährige Nadir. Ab und zu schauen sie in die Küche, um nachzusehen, ob das schwer schnaufende Dörrgerät die Bananenscheiben endlich in knackige Chips verwandelt hat. Das Risotto interessiert sie weniger. 

Das ist auch nicht für sie bestimmt. Ihre Mutter hat die zwei Portionen bereits via App verkauft. Gleich wird sie zwei Aluschalen mit dem cremigen Reisgericht befüllen, sie an die Haustür bringen und einer Abholerin übergeben, die vor einer guten halben Stunde das Essen bestellt hat. So verdient die alleinerziehende Mutter derzeit ihren Lebensunterhalt – zumindest ein Stück weit.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.