Was regelmäßig im Gespräch mit Leserinnen und Lesern vorkommt, ist die Trauer um Verstorbene, die viele Menschen kaum aushalten können. So war es kurz vor Weihnachten eine Witwe, Mitte 60, die kurz vorher nach jahrzehntelanger Ehe ihren Mann verloren hatte. Eine unheilbare Krankheit hatte ihn in wenigen Wochen besiegt. Die Leserin hatte Vertrauen in ihre Zeitung, ich hatte Verständnis für ihre Lage. So führten wir ein langes Gespräch am Telefon – ohne uns zu kennen, kamen wir uns sehr nah. Unser Sich-Öffnen tat beiden Seiten gut, bedrängte uns aber nicht. Sie erzählte von ihren Tränen und der Kraftlosigkeit, das Nicht-aushalten-Können, ich sagte weniger, verstand sie gut. Am Ende waren wir froh über unser gemeinsames Erlebnis und gingen jeder für sich gestärkt aus dem Telefonat.

Ebenso wohltuend war die Begegnung mit der Angehörigen eines Verstorbenen, über den ich schrieb. Sie hatte meinen Text gelesen und fühlte sich etwas getröstet in ihrer Trauer. Dass sich jemand um ihren Verwandten gesorgt hatte, war nun für sie eine gute Erinnerung an das sonst so bestürzende Ereignis. 

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