Die beiden wichtigsten Orte meiner Kindheit waren Ludwigsfelde und Prerow. In Ludwigsfelde, die Ludwigsfelder sagen Lu, einer Automobilbauerstadt am südlichen Berliner Stadtrand, wuchs ich auf, ging in den Kindergarten und in die Schule. Die Kleinstadt war untrennbar mit dem W50 verbunden, einem Fünftonner, der heute noch im ganzen früheren Ostblock zu finden ist. Mit dem ersten, der 1965 vom Fließband lief, bekam die proletarische Siedlung Ludwigsfelde überhaupt erst das Stadtrecht, und meinen Führerschein machte ich 1987 zwar in Berlin, aber natürlich auf einem W50.

Mein Vater fuhr in einem Saporosch durch Ludwigsfelde. Eigentlich hieß der Kleinwagen Saporoschez, aber in der DDR sagte man Saporosch oder kurz Sapo. Und jeden Sommer reisten wir in unserem Trabant an die Ostsee auf die Halbinsel Darß, um zwischen den Dünen am Meer am größten Nacktbadestrand der Welt zu zelten. Wenn Nebel war, leuchtete der Leuchtturm nicht nur, sondern es blökte auch das Nebelhorn. Es gab dort Erdkröten, Frösche und Schlangen, herrliche Tiere.
Doch jetzt fahren mein Berliner Fußballfreund Dima und ich durch Uruguay, und nichts könnte ferner sein als diese beiden Orte.

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