Berlin - In den vergangenen drei Jahren hat sich in Berlin die Zahl der Strafverfahren wegen illegaler Autorennen mehr als verdoppelt. Mit Ungetümen, die hunderte PS unter der Haube haben, liefern sich vor allem junge Männer illegale Autorennen. Des Öfteren geraten Unbeteiligte in Lebensgefahr oder kommen gar um: 2017 ein Rentner auf der Tauentzienstraße, 2018 eine 22-Jährige in der Windscheidstraße. Im vergangenen Jahr wurden auf dem Kudamm eine Frau und ihre Tochter schwer verletzt. Der BMW, mit dem der Täter fuhr, war gemietet.

Illegale Rennen, deren der Staat Herr zu werden versucht, sind kein neues Phänomen. Schon vor vier Jahrzehnten sind Jungmänner im Golf GTI oder Opel Manta um die Wette gefahren. Auch damals wollten sie ihren Freundinnen imponieren oder zeigen, was sie für  tolle Hechte sind. Allerdings gibt es einen Unterschied zu früher: Der getunte GTI brachte es damals höchstens auf 160 PS. Die Protzkarren, die heute für Rennen benutzt werden, sind 530 PS stark – wie der gemietete BMW, der auf dem Kudamm die Frau und deren Tochter verletzte.

Nach dem Tod mehrerer Menschen, weil junge Fahrer diese PS-Monster nicht beherrschten, war es folgerichtig vom Gesetzgeber, Kraftfahrzeugrennen nicht mehr als Ordnungswidrigkeiten, sondern als Straftaten zu verfolgen. Dass Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) jetzt Autovermietungen untersagen will, PS-starke Autos am Fahranfänger zu vermieten, kann ein nützlicher Schritt im Verbund mit der bereits erfolgten Strafrechtsverschärfung sein. Vermieter werden dann in Haftung genommen und riskieren, dass ihr Wagen eingezogen wird.

Leider ist zu befürchten, dass sich die Raser ihre PS-Protze dann eben auf dem Gebrauchtwagenmarkt besorgen und dass die Zahl illegaler Autorennen hoch bleibt. Weil die Zahl der Idioten hoch ist.