Das Juwelenzimmer im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Berlin/Dresden - Nach dem Einbruch im Grünen Gewölbe in Dresden führt eine der vielen Spuren nach Berlin. Einem Bericht der Berliner Morgenpost zufolge gibt es Hinweise auf eine mögliche Beteiligung arabischer Clans. Bei der Tat am 25. November hatten die Einbrecher Spezialwerkzeug verwendet. Das ergaben kriminaltechnische Untersuchungen der Spuren, die das Werkzeug an den Fenstergittern des Grünen Gewölbes hinterlassen hat.

Das Werkzeug war zuvor möglicherweise bei Einbrüchen gestohlen worden. Die Sonderkommission „Epaulette“ der Dresdner Polizei stellte bereits am 5. Dezember eine bundesweite Anfrage an alle Länderpolizeien und das Bundeskriminalamt. Die Ermittler wollten wissen, wo Straftaten bekannt sind, bei denen Schneid-, Spreiz- oder Kombigeräte der Erlanger Firma Lukas Hydraulik GmbH entwendet wurden. In dem Fernschreiben heißt es auch: „Gibt es zu diesen Straftaten Täterhinweise oder gesicherte Spuren?“

Werkzeug von Einbrüchen in Berliner Feuerwehrwachen? 

Werkzeuge wie hydraulische Spreizer, die bis zu 8 400 Euro kosten, verwenden die Feuerwehren, um eingeklemmte Unfallopfer aus Autowracks zu befreien. Geräte jener Marke, wie sie in Dresden verwendet wurden, sind bei Einbrüchen in Berliner Feuerwachen weggekommen.  Allein in diesem Jahr gab es fünf Einbrüche – in Feuerwachen in Marzahn und Gatow und am Groß-Berliner Damm in Johannisthal. Dort verschwanden neben Kettensägen und Trennschleifern auch Spreizer. Am Nikolaus-Groß-Weg in Charlottenburg wurde ein Hydraulikspreizer der Marke Lukas gestohlen.

„Wir ermitteln zurzeit in alle Richtungen. Einzelheiten zum verwendeten  Werkzeug sind Täterwissen.“ 

Ein Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft dazu, warum sie zu dem Einbruch im Grünen Gewölbe keine weiteren Aussagen macht.

Auch die Herstellerfirma selbst wurde bereits bestohlen. Im November wurde in Erlangen ein Berliner Mitglied des Remmo-Clans zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Amtsgericht Erlangen befand, dass der 22-Jährige im Herbst 2018 bei der Lukas Hydraulik GmbH einbrach und sechs Hydraulikspreizer entwendete. Sie sind bis heute verschwunden. „Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil Staatsanwaltschaft und Verteidigung Berufung eingelegt haben“, sagt Gerichtssprecher Wolfgang Pelzl.

Der 22-Jährige steht derzeit auch in Berlin vor Gericht. Dort ist er zusammen mit drei weiteren Männern wegen des Diebstahls einer 100 Kilo schweren Goldmünze aus dem Bodemuseum im Jahr 2017 angeklagt.

Hydraulischer Spreizer auch bei Überfall in Berlin 

Ein hydraulischer Spreizer wurde auch bei dem Überfall auf einen Geldtransporter 2018 in der Nähe des Alexanderplatzes eingesetzt. Auch wegen dieser Tat ermittelt die Berliner Polizei gegen mehrere Mitglieder aus dem Umfeld des Remmo-Clans.

Nach Angaben der Dresdner Staatsanwaltschaft steht die Sonderkommission mit Berlin in Kontakt, um mögliche Parallelen mit dem Diebstahl der Goldmünze aus dem Bode-Museum abzugleichen. Wie konkret die Spuren ins Clanmilieu sind, wollte die Dresdner Staatsanwaltschaft nicht sagen. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte ein Sprecher. Details zu den verwendeten Werkzeugen wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Dies sei Täterwissen.

Bei dem Einbruch im Grünen Gewölbe hatten die Täter Brillanten besetzten Schmuck gestohlen. Vom Diebesgut fehlt bis heute jede Spur.