An einem Laternenmast in der Samariterstraße in Friedrichshain hängt ein bereits etwas zerknitterter Zettel mit dem Foto eines drollig wirkenden Mischlings. Der Hund wird von seiner Besitzerin gesucht, sie sei nur kurz in ein Lokal gegangen – und als sie herauskam, war das angeleinte Tier weg. Kein Einzelfall, dem Deutschen Tierschutzbüro e.V. würden immer wieder solche Fälle gemeldet, sagt Sprecher Stefan Klippstein. „Besonders aus Berlin.“ Ein Besuch im Supermarkt, beim Bäcker oder Fleischer – und plötzlich sei der vor der Tür angebundene Hund verschwunden. Betroffen seien zumeist Welpen und Hunde kleinerer Rassen.

„Wir gehen davon aus, dass es sich bei den Diebstählen zumeist um spontane, unüberlegte Taten handelt. Vermutlich wecken besonders junge oder niedlich aussehende Hunde Begehrlichkeiten.“ Ein anderer Grund könne aber auch sein, dass die Tiere gestohlen würden, um sie anschließend via Internet zu verkaufen. „Einige Rassewelpen werden im Internet für mehr als tausend Euro angeboten.“ Klippstein durchforstet selbst regelmäßig verschiedene Webportale nach dubiosen Angeboten und bringt diese zur Anzeige.

Hundehaltern rät der gelernte Tierpfleger zur Vorsicht: „Man sollte den Hund nicht zu lange allein vor einem Geschäft sitzen lassen und möglichst immer wieder ein Auge auf das Tier haben, um zu sehen, ob sich jemand auffällig mit ihm beschäftigt.“ Zudem sollten die Hunde gechipt und registriert werden, beispielsweise beim Haustierregister. „Nur so ist eine zweifelsfreie Identifizierung und damit auch eine Rückvermittlung möglich.“