Kein feierlicher Abgesang, sondern eine schlichte Mitteilung beendet eine Ära: Porsche steigt als erster deutscher Autokonzern aus dem Diesel aus. Die Entscheidung überrascht nicht. Das Image des Diesels ist dank der Manipulationen der Hersteller ruiniert, das Vertrauen der Käufer zerstört. Wer befürchten muss, dass er mit seinem Auto in vielen Regionen gar nicht fahren darf, kauft keinen Diesel mehr. Macht Porsche also alles richtig?

E-Hybrid-Modelle kommen nur vordergründig im Öko-Mäntelchen daher

Mitnichten. Hier wiederholt sich offenbar das, was schon beim E-Antrieb zu beobachten war: Die deutsche Autoindustrie – allen voran der VW-Konzern – verschläft den Fortschritt. Der Diesel ist nicht tot. Peugeot und Citroen machen es vor: Deren Motoren mit der scharfen Euro-Norm 6d-temp stoßen nicht mehr Stickoxide aus als vergleichbare Benziner. Das haben auch Tests von Umweltorganisationen bestätigt. Berücksichtigt man dabei, dass der Diesel beim Verbrauch und der Kohlendioxid-Bilanz generell überlegen ist, gibt es keinen Grund, aus der Technologie auszusteigen.

Etwas anderes muss nun befürchtet werden: Die Hersteller setzen immer stärker auf sogenannte E-Hybrid-Modelle, die allerdings nur vordergründig im Öko-Mäntelchen daherkommen. Der 462 PS (!) starke Porsche Cayenne wird beispielsweise mit einem 100-Kilomter-Verbrauch von drei Litern Benzin beworben, er kommt im elektrischen Betrieb allerdings nur 50 Kilometer weit. Der E-Antrieb ist hier nur ein Feigenblatt. Dann lieber einen hocheffizienten, sauberen Diesel.