Capella – so heißt ein Doppelstern, der sechsthellste am Nachthimmel. Capella – so heißt auch der Nachtzug Berlin–München. Doch ihn wird es nicht mehr lange geben: Zum Fahrplanwechsel im Dezember stellt die Deutsche Bahn (DB) auch diese Nachtzugverbindung ein. „Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die DB ihr Nachtzuggeschäft dauerhaft wirtschaftlich betreiben will und muss“, sagte ein Sprecher. „Um dies zu erreichen, müssen die nicht tragfähigen Verbindungen eingestellt werden.“ Damit geht der Kahlschlag weiter. Zuletzt büßte Berlin 2014 die Nacht-Verbindungen nach Paris, Amsterdam und Kopenhagen ein. Alternative: Fernbusse, die auf immer mehr Nachtlinien verkehren.

Die Züge CNL 1246 und 1247 sind ohnehin nur noch ein kläglicher Rest des Nachtzugverkehrs, den es einst zwischen Berlin und München gab. Sie bestehen aus ein paar Wagen, die in Hildesheim mit einem anderen Zugteil vereinigt werden. Noch 1991 standen täglich zwei komplette Nachtzüge im Fahrplan. Ab 1994 war es zwar nur noch einer, doch dieser Zug wurde mit modernen spanischen Talgo-Wagen gefahren, er hatte Schlafwagenabteile mit Dusche und Toilette. Morgens wurde im Speisewagen ein Büfett wie im Hotel aufgebaut. Für Urlauber gab es weitere Direktverbindungen über Nacht in die Alpen.

Dann begannen die Kürzungen. So fiel der Spree-Alpen-Express nach Innsbruck, Bozen und Verona 1999 weg. Auch Autozüge wie Berlin–Villach gibt es nicht mehr. 2009 wurden die Talgo-Wagen ausrangiert, es standen teure Untersuchungen an. Später wurde der Speisewagen eingespart. Start ist jetzt in Berlin um 21.35 und in München um 22.15 Uhr. Trotz der Serviceverschlechterung wird die Verbindung (ab 71?Euro pro Weg) genutzt – zum Beispiel im Winter von Skitouristen.

Jetzt werden die Schlaf- und Liegewagen woanders benötigt. Ab 2017 soll die Zugfahrt Berlin–München nur vier Stunden dauern.