Berlin - Der Mann spuckt große Töne. Das ist bekannt. Donald Trump, Milliardär, Baulöwe, Populist und künftiger US-Präsident, schmiedet nicht einfach Pläne. Er hat Visionen. Und die werden, so sagte er es nach seiner Wahl, „groß und mutig sein“. Nun ist Berlin weit weg von den USA und war am Mittwoch wohl kaum gemeint. Aber wer bereits  länger  an der Spree lebt, erinnerte sich vielleicht daran, dass Trump auch schon mal für Berlin Visionen hatte.  Dass er ganz hoch hinaus wollte. Und was daraus wurde.

Ziemlich genau 16 Jahre ist das  jetzt her. In Berlin schwelgte man in Ideen, was  alles gebaut werden sollte, könnte und müsste. Da trat die TD Trump Deutschland auf den Plan, ein Gemeinschaftsunternehmen der New Yorker Trump-Gruppe und der Hamburger Marseille-Kliniken AG. Ihre PR-Arbeit erledigte Ex-Bild-Chefredakteur Hans-Hermann Tiedje. Das Unternehmen kündigte an, man wolle in Berlin ein Hochhaus errichten. Nicht irgendein Hochhaus – wir reden hier von einem Trump-Projekt – sondern das höchste Hochhaus Berlins.  

Berlin zu mickrig für Trump

Baubeginn für den Trump Tower könnte 2002 sein, hieß es.  Auf der Suche nach einem Standort wurden einige Plätze diskutiert, letztlich sprach alles für den Alexanderplatz.  Nach dem Kollhoff-Konzept  sollten dort ja bis zu zehn Wolkenkratzer entstehen. Ein Problem aus Sicht der Investoren war aber die maximale Bauhöhe von 150 Metern.  Zu mickrig für einen Trump Tower. 200 Meter sollten es  sein, hieß es. Der berühmte New Yorker Trump Tower ist  ja auch etwas mehr als 200 Meter hoch.

Aus dem Haus von Bausenator Peter Strieder (SPD) hieß es:  „Eine Investition, wie Trump sie in Berlin plant, kann jede Stadt gebrauchen – das ist eine Auszeichnung.“ Man debattierte, ob es eine Ausnahmeerlaubnis für ein höheres Gebäude am Alex geben  sollte. Im Oktober 2000 wollte Trump an die Spree kommen. Im Adlon war ein Empfang geplant.

Dann sagte Trump den Besuch plötzlich ab. Im November 2000 traf er sich mit Petra Roth, CDU-Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main. Nun hieß es, dort werde der Wolkenkratzer entstehen.  Einige Monate später präsentierte die TD Trump Deutschland dann mit großem Aufwand in Stuttgart  Baupläne für einen Trump Tower – vom „größten Hochhaus Süddeutschlands“ war die Rede. Seitdem ist viel passiert. Trump hat sogar die US-Präsidentschaftswahl gewonnen. Aber einen Trump Tower gibt es bis jetzt weder in Stuttgart noch in Frankfurt noch in Berlin.