In Berlin leben über 200.000 Deutsche mit einer zweiten Staatsangehörigkeit. Sie alle könnten von einer Abschaffung des Doppelpasses betroffen sein. Zumindest dann, wenn die Pläne umgesetzt würden und rückwirkend gelten sollten. Die größte Gruppe mit fast 39.000 Doppelpass-Inhabern sind die Türken, es folgen Polen, Russen und Kasachen. Ginge es nach Frank Henkel und seinen Parteifreunden von der CDU, müssten diese Berliner einen Pass wieder abgeben.

„Ich habe dem Thema Doppelpass schon immer kritisch gegenübergestanden“, sagte der Berliner Innensenator und CDU-Spitzenkandidat am Mittwoch. Staatsangehörigkeit müsse auch ein Ausdruck von Loyalität sein. Es sei daher zu überdenken, ob die derzeitigen Regelungen zum Staatsangehörigkeitsrecht noch richtig seien, betonte Henkel. „Niemand ist gezwungen, seine Kultur aufzugeben, nur weil man sich klar für einen Staat entscheidet.“ Allerdings dürften diese Sätze vom Berliner Wahlkampf geprägt zu sein. Im Koalitionsvertrag mit der SPD, den Henkel vor fünf Jahren unterschrieben hatte, sagt die CDU noch Ja zur doppelten Staatsbürgerschaft. Damals gab es aber die AfD noch nicht.

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