Berlin - Das bundeseigene Dragoner-Areal in Kreuzberg soll nach der gescheiterten Privatisierung von einem landeseigenen Unternehmen Berlins übernommen werden. Dafür hat sich der Berliner Bundestagsabgeordnete Swen Schulz (SPD) ausgesprochen. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass das Areal an eine städtische Wohnungsbaugesellschaft verkauft wird, damit eine stadtverträgliche und mieterfreundliche Bebauung verwirklicht wird“, sagte Schulz am Mittwoch.

Das Finanzministerium hatte zuvor erklärt, den Verkauf des 47.000 Quadratmeter großen Areals zum Höchstpreis von 36 Millionen Euro an einen österreichischen Investor rückgängig zu machen, weil nach dem Nein des Bundesrats im vergangenen Jahr „keine Realisierungsoption“ für das Geschäft mehr bestehe.

Kleingewerbe, Arbeit und günstige Mietwohnungen

Die Bundestagsabgeordnete Cansel Kiziltepe (SPD) forderte, es müsse ein Konzept für eine Mischung aus Kleingewerbe, Arbeit und günstigen Mietwohnungen erstellt werden. Die Vorsitzende des Bundestags-Haushaltsausschusses, Gesine Lötzsch (Linke), sagte: „Jetzt geht es darum, den Verkauf von Grundstücken des Bundes grundsätzlich zu überdenken.“

Die für den Verkauf zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) lässt indes wenig Entgegenkommen erkennen. „Nach der Rückabwicklung des Vertrages wird die Liegenschaft ins Portfolio der Bima zurückfallen“, erklärte ein Sprecher. „Erneute Verkaufsabsichten bestehen derzeit nicht.“ Der ermittelte Verkehrswert von 36 Millionen Euro aus dem Bieterverfahren habe „weiter Bestand“.